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  • 3. Liga: Aktionen während der Corona-Krise

    Die Corona-Krise zwingt viele Drittligisten zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Dabei herrscht große Solidarität zwischen Spielern, Trainern, Verantwortlichen, Fans, Mitarbeitern, Mitgliedern und Sponsoren. Das ist auch bei Viktoria Köln so. Das zeigt sich bei Themen wie Kurzarbeit, in der Geduld der Anhänger bei offenen Fragen und im Rahmen von einigen interessanten Corona- oder Oster-Aktionen.

    Hierbei sorgt die 3. Liga für viel Kreativität. Beim F.C. Hansa Rostock hat die Fanszene Rostock beispielsweise zum „Hamstern für Hansa“ aufgerufen. Zur Unterstützung des Vereins soll dort bis Ostersonntag der Online-Fanshop leergekauft werden. Eine ähnliche Aktion gibt es bei Viktoria Köln. Hier heißt es aktuell: „Der Osterhase bringt dieses Jahr nicht nur Eier!“ Dabei sind alle Fanartikel im Online-Shop bis Ostern versandkostenfrei!

    Einige Klubs der 3. Liga verkaufen derzeit auch virtuelle Tickets, Stadionwürste oder Bier. Bei Viktoria Köln setzt man hingegen auf reale Erlebnisse. Unter dem Motto „Hast Du Eier?“ steht schon jetzt die Dauerkarte für die Saison 2020/2021 zum Verkauf. Damit können die Fans der Viktoria signalisieren, dass sie den Höhenbergern auch zukünftig die Treue halten werden und ein bisschen Geld in die strapazierten Kassen des Drittligisten spülen.

    Außergewöhnliches beim FC Ingolstadt: Vor dem Stadion können Proben für eine Untersuchung auf das Corona-Virus entnommen werden. Das Angebot des Gesundheitsamtes richtet sich an die Bürger der Stadt, die einen bestätigten Kontakt mit einem Infizierten hatten oder Rückkehrer aus Risikogebieten sind. Viktoria Köln setzt stattdessen auf Vorsorge im Sportpark Höhenberg. Hier wurden der Profitrakt, Kabinen, Räume und das Stadion desinfizierend gereinigt.

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  • „Hast du Eier?“

    Der Spielbetrieb in der 3. Liga ruht zunächst bis zum 30. April. Zum aktuellen Zeitpunkt kann aufgrund der Corona-Pandemie niemand sicher sagen, wann, wie oder ob es mit der Saison 2019/2020 weitergeht. Aus diesem Grund hat der FC Viktoria Köln den Ticketverkauf für die einzelnen Partien bis zum Ende der aktuellen Spielzeit erst einmal komplett gestoppt. Dafür startet aber vor Ostern schon der Dauerkarten-Verkauf für die kommende Saison!

    Das Motto lautet: „Hast Du Eier? Dann kaufe Dir schon jetzt die Dauerkarte für die Saison 2020/2021 und zeige damit, dass Du auch zukünftig der Viktoria die Treue hältst!“ Natürlich soll so ein bisschen Geld in die ohnehin strapazierten Kassen des Drittligisten fließen. Aber die neue Dauerkarte ist auch das ideale Ostergeschenk für alle Viktoria-Fans. Die besten Steh- und Sitzplätze für die kommende Saison sind ab sofort im Online-Ticketshop erhältlich.

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  • Wunderlich: „Fußball nicht das Wichtigste“

    Derzeit dreht sich alles um den Coronavirus. Das ist auch für einen Profifußballer eine ungewöhnliche Situation. Mike Wunderlich, der Kapitän von Viktoria Köln, spricht im Interview über die aktuellen Gegebenheiten.

    Die 3. Liga hat den Spielbetrieb zunächst einmal bis zum 30. April ausgesetzt. Wie halten Sie sich derzeit fit?

    Mike Wunderlich: Jeder aus unserem Team trainiert individuell. In den nächsten Wochen stehen überwiegend Läufe auf dem Programm.

    Sie sind verheiratet und haben zwei Kinder. Wie hat sich für Sie der Alltag in den letzten Tagen verändert?

    Wunderlich: Ich bin fast nur noch zu Hause. Morgens habe ich jetzt ein paar Dinge mehr zu tun, für die ich sonst – wenn ich zum Training gefahren bin – keine Zeit hatte. Ich mache viel mit den Kindern. Sie sind nicht in der Schule, so kann ich zum Beispiel morgens im Garten mit ihnen Fußball spielen. Außerdem kümmere ich mich jetzt häufiger um das Essen.

    Denken Sie, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann?

    Wunderlich: Ich hoffe, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Aber man muss der Realität ins Auge schauen: Keiner kann zum heutigen Zeitpunkt sagen, ob sich die Situation um den Coronavirus in den nächsten zwei Monaten entsprechend verbessern wird. Warten wir es ab. Vielleicht gibt es noch die Möglichkeit.

    Im Fußball geht es darum, sich permanent mit anderen Teams im sportlichen Wettbewerb zu messen. Genau das fällt im Moment weg. Wie fühlt sich das für einen Spieler an?

    Wunderlich: Zunächst war das schon ungewohnt. Aber nach ein paar Wochen gewöhnt man sich an die Situation. Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert. Schließlich gibt es im Moment Wichtigeres, das muss man einfach sagen.

    Welche Hoffnungen haben Sie für die nächsten Wochen und Monate?

    Wunderlich: Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen gesund bleiben. Das gilt natürlich genauso für die eigene Familie. Die Situation verändert sich im Moment fast täglich. Deshalb sollten wir erst einmal die Corona-Krise hinter uns bringen. Danach kann man dann sicher auch wieder ein bisschen über Fußball nachdenken.

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  • Mannschaftstraining auf Eis gelegt

    Eigentlich hätte die Drittliga-Mannschaft von Viktoria Köln heute gemeinsam trainieren sollen. Doch daran ist aufgrund der aktuellen Situation um die Corona-Pandemie nicht zu denken. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich glücklicherweise beim FC Viktoria Köln kein Spieler mit dem Virus infiziert, doch die Verantwortlichen des Klubs möchten kein Risiko eingehen.

    „Wir schicken die Spieler nach Hause“, sagt Cheftrainer Pavel Dotchev. Alle wollen sich jetzt selber fit halten. Dotchev: „Bis auf Weiteres werden wir weitgehend telefonisch in Kontakt stehen. Denn wir wollen auch Vorbild sein und zu Hause bleiben. Ich appelliere an alle anderen Menschen, das – sofern möglich – genauso zu tun.“ Den einen oder anderen Spieler konnte man heute dennoch zeitlich versetzt am Sportpark Höhenberg antreffen, um noch ein paar Trainingsutensilien aus den Kabinen mit nach Hause zu nehmen und um aufzuräumen. „Ab Montag werden das Stadion und die Räumlichkeiten vor Ort desinfizierend gereinigt, damit wir auch hier Vorsorge treffen“, erklärt Viktoria-Sportvorstand Franz Wunderlich die Situation.

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  • Albert Bunjaku im Porträt

    In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler vom FC Viktoria Köln genauer vor. Heute: Albert Bunjaku.

    Mit seinen 36 Jahren hat Albert Bunjaku im Laufe seiner Karriere zahlreiche Erfahrungen sammeln dürfen. Dabei spielen neben verschiedenen Vereinen zum Beispiel auch Länderspiele und Trainer eine große Rolle. Ein Name, der häufig fällt, ist Pavel Dotchev.

    1983 in der heutigen Republik Kosovo geboren, kam Bunjaku 1991 in die Schweiz. „Ich habe im Kosovo noch die erste Klasse besucht. Mein Vater war schon vorher in der Schweiz, hat dort gearbeitet und ein bisschen Geld zur Seite gelegt. Er hat dann die Familie nachgeholt. Da war ich dann sieben Jahre alt und bin in der Schweiz gleich in die zweite Klasse gekommen“, erinnert er sich. Seine Eltern und seine zwei Brüder leben noch heute im Land der Eidgenossen. Kein Wunder also, dass der Profifußballer noch oft zu Besuch ist. 

    Zum Fußball kam Bunjaku recht spät. „Ich habe erst mit 14 Jahren angefangen, zu spielen – beim FC Schlieren. Nach einem Jahr hat mich dann gleich der Grashopper Club Zürich zu sich geholt. Das war damals die beste Juniorenausbildung, die es in der Schweiz gab. Ich bin dahin und habe bis zur U 21 beim Verein gespielt. Nebenbei habe ich eine Ausbildung zum Betriebspraktiker begonnen. Als der Trainer eines Tages meinte, dass es bei mir nicht für den Profisport reicht, habe ich aber erst einmal eine Pause gemacht“, so der Stürmer.

    „Ein halbes Jahr danach gab es die Möglichkeit, in der dritten Schweizer Liga, beim SC Young Fellows Juventus, zu spielen. Dann ging es sehr schnell, 2003 ging es in Liga zwei, zum FC Schaffhausen. Ein Jahr später ist die Mannschaft direkt aufgestiegen, sodass ich dann Erstliga-Erfahrung sammeln konnte“, berichtet der Torjäger. Anfang 2006 folgte der Wechsel nach Deutschland, zum SC Paderborn. „Das war zunächst aus meiner Sicht eine Super-Chance, in die 2. Liga nach Deutschland zu gehen. Ich war aber auch ein bisschen naiv und habe nur für ein halbes Jahr einen Vertrag unterschrieben. Denn ich dachte, ich mache in der 2. Liga ein Tor nach dem anderen und schaffe es vielleicht in die Bundesliga. Im Nachhinein erwies sich das eher als Fehler, denn der Plan ging nicht auf.“

    Anschließend gab es die erste Begegnung mit Pavel Dotchev. Bunjaku: „Nach den sechs Monaten in Paderborn, in denen ich kaum zum Zug kam, gab es eine lustige Geschichte. Mein Vertrag war ausgelaufen und meine Frau arbeitete in Paderborn in einer Boutique. Silvia, die Frau von Pavel Dotchev, kaufte dort ein. Sie kamen ins Gespräch. Silvia erzählte, dass ihr Mann in Erfurt als Trainer arbeitet und auf der Suche nach einem Angreifer sei. Und meine Frau sagte: ‚Das käme uns sehr entgegen, denn mein Mann sucht gerade einen neuen Verein.‘ So kam der Kontakt zustande. Dann hat mich Pavel Dotchev angerufen und ich bin damals sofort nach Erfurt gefahren. Dort habe ich zwei Wochen später unterschrieben und hatte eine gute Zeit.“

    Die Angebote in Deutschland wurden jetzt besser. Anfang 2009 folgte der Wechsel aus Erfurt zum 1. FC Nürnberg. Bunjaku: „Nürnberg war in der 2. Liga. Wir sind dann aufgestiegen in die Fußball-Bundesliga. Das war dann mein Höhepunkt in der Karriere. Denn ich durfte im Jahr 2010 mit der Schweizer Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Das war das Schönste, was ich miterleben durfte. Wir sind leider nach der Vorrunde ausgeschieden. Im Spiel gegen Chile, das wir 1:0 gewonnen haben, bin ich eingewechselt worden. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“

    Im Sommer 2012 wechselte Bunjaku zum 1. FC Kaiserslautern. „Das erste Jahr lief top. Stefan Kuntz hat mich damals geholt. Mit Franco Foda kam ein Trainer, der mich gleich zum Kapitän gemacht hat. Leider haben wir damals in der Relegation gegen Hoffenheim den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. Im zweiten Jahr habe ich mich im letzten Testspiel vor der Saison verletzt, hatte einen Knorpelschaden. Unter dem neuen Trainer Kosta Runjaic kam ich danach nicht zurecht und so trennten sich die Wege“, so Bunjaku.

    Einige Zeit danach sollte es ein Wiedersehen mit Pavel Dotchev geben. „Nach meiner Zeit in Kaiserslautern habe ich dann noch einmal in der Schweiz, bei St. Gallen, gespielt. Dort wollte ich eigentlich auch bleiben und habe mich sehr wohl gefühlt. Doch dann kam der Anruf von Pavel Dotchev, ob ich nicht Lust hätte, in die 2. Liga zu Erzgebirge Aue zu wechseln“, so der Stürmer. „Pavel Dotchev hatte sich immer wieder nach mir erkundigt. Auf dem Platz sind wir Trainer und Spieler. Aber ich glaube, er kennt mich wie fast kein anderer Mensch. Deshalb war für mich klar, dass ich das machen werde.“

    Seit dem September 2018 spielt Bunjaku jetzt für Viktoria Köln – hier kam Dotchev erst nach dem Aufstieg in die 3. Liga (2019) hinzu. „Er hatte mich vorher schon mal angerufen, um ein Spiel anzuschauen. Da habe ich ihm natürlich Eintrittskarten besorgt“, verrät der Torjäger der Viktoria. „Er hat dann zugeguckt, wir haben uns auch kurz unterhalten. Er hat damals aber noch nicht verraten, dass die Zusammenarbeit mit Viktoria für ihn ein Thema sein könnte. Aber ich habe trotzdem gedacht, dass da etwas im Busch ist. Und ich freue mich, dass er uns inzwischen mit all seiner Erfahrung hilft. Ich hoffe, dass wir erfolgreich unter seiner Regie spielen und er noch sehr lange bleibt.“

    Das würde Bunjaku auf alle Fälle sehr entgegenkommen. Schließlich fühlt er sich in der Domstadt äußerst wohl. „Köln ist eine superschöne Stadt. Ich bin dankbar, dass mir die Viktoria damals noch einmal die Chance gegeben hat, hier Fußball zu spielen. Ich komme mit allen im Verein gut klar. Meine Kinder und meine Frau haben sich wunderbar eingelebt. Wir fühlen uns hier zuhause“, so der Torjäger. Wenn es nach dem 36-Jährigen geht, kann seine aktive Laufbahn als Spieler noch eine Weile weitergehen: „Ich fühle mich so gut, dass ich noch ein bis zwei Jahre Fußballspielen will. Und danach möchte ich als Trainer arbeiten.“

    Wie auch immer die Karriere von Albert Bunjaku enden wird, ein Eintrag in die Geschichtsbücher des Fußballs ist ihm schon jetzt nicht mehr zu nehmen. Denn obwohl er zuvor für die Schweizer Nationalmannschaft gespielt hatte, kam Bunjaku später auch noch für Auswahl aus dem Kosovo zum Einsatz. „Am 3. Juni 2016 durfte der Kosovo sein erstes offizielles Länderspiel gegen die Färöer Inseln austragen“, erinnert sich der Angreifer. Beim 2:0-Erfolg seines Geburtslandes erzielte er in der 44. Minute das viel umjubelte 1:0 und damit das erste offizielle Länderspieltor für die Republik in Südosteuropa. Bunjaku: „Darauf bin ich stolz.“

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  • Viktoria-Lazarett lichtet sich

    Die Anzahl der verletzten Spieler im Kader von Viktoria Köln nimmt ab. Während Patrick Koronkiewicz (Adduktorenprobleme) und Michael Seaton (Riss des Syndesmosebands im rechten Sprunggelenk) noch für längere Zeit ausfallen, stehen andere Akteure inzwischen wieder zur Verfügung.

    Einer von ihnen ist Daniel Mesenhöler. Der Torhüter zog sich im November vor dem Auswärtsspiel in Duisburg im Training eine komplizierte Schulterverletzung zu. Nach einer Operation sind die anschließenden Reha-Maßnahmen weitgehend abgeschlossen. Der 24-Jährige hat bereits wieder mit der Mannschaft trainiert und wirkt weitgehend beschwerdefrei.

    Gleiches gilt für Lars Dietz. Der Innenverteidiger der Kölner laborierte an einem Mittelhandbruch, der aus der Drittliga-Partie gegen die Bundesliga-Reserve des FC Bayern München stammt. Inzwischen wäre der 23-Jährige wieder einsatzfähig.

    Gut sieht es auch für die Offensivspieler Mike Wunderlich und Albert Bunjaku aus. Wunderlich hatte sich in der vergangenen Trainingswoche eine Zerrung in der Wade zugezogen, ist aber wieder fit. Bunjaku hatte schon zuvor einen Schlag auf die Wade bekommen und fehlte mehrere Tage im Training. Auch er steht inzwischen wieder zur Verfügung.

    Derzeit befindet sich das Team von Viktoria Köln nicht im Mannschaftstraining. Das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, soll minimiert werden. Wahrscheinlich wird sich der Kader Ende der Woche erstmals wieder treffen – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Spielbetrieb der 3. Liga ruht voraussichtlich bis zum 30. April.

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  • 3. Liga setzt Saison bis zum 30. April aus

    Die 3. Liga unterbricht ihren Spielbetrieb zunächst bis zum 30. April. Darauf hat sich die Spielleitung der 3. Liga mit dem Ausschuss 3. Liga und den Vertretern der 20 Drittligisten im Rahmen einer außerordentlichen Managertagung am heutigen Montag verständigt. Der festgelegte Zeitraum orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Betroffen sind die Spieltage 30 bis 35, sollte die behördliche Verfügungslage nicht doch eine frühere Austragung zulassen.

    Die Sitzung wurde per Videokonferenz durchgeführt, alle Teilnehmer aus den Klubs der 3. Liga waren von ihren heimischen Standorten zugeschaltet. Vom DFB waren neben dem zuständigen Vizepräsidenten Peter Frymuth unter anderem Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie als medizinischer Experte Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. med. Tim Meyer vertreten.

    Der Entscheidung, die Saison weiter auszusetzen, waren intensive Diskussionen unter den Drittligisten zum grundsätzlichen Vorgehen in der Corona-Krise vorausgegangen. Ziel der Drittligisten bleibt es, die Saison unter Ausnutzung aller terminlichen Möglichkeiten fortzusetzen und sportlich zu Ende zu spielen – sofern dies aus gesundheitlicher und behördlicher Sicht vertretbar ist.

    Wie es über den 30. April hinaus in der 3. Liga weitergeht, dazu soll auch die morgige Sitzung der Europäischen Fußball-Union UEFA mit ihren Ergebnissen weitere Hinweise liefern. Mit Blick auf die sich ständig ändernde Faktenlage wird sich der DFB mit dem Ausschuss 3. Liga und den Klubs in den nächsten Wochen weiterhin eng abstimmen und alle denkbaren Szenarien für die aktuelle Saison einer genauen Prüfung unterziehen.

    Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga, sagt: „An erster Stelle stehen Gesundheit und Solidarität. Zur effektiven Bekämpfung des Coronavirus‘ und Bewältigung der Krise haben wir alle unseren Beitrag zu leisten und die zuständigen Behörden bestmöglich zu unterstützen. Auf uns warten gewaltige Herausforderungen – in der Gesellschaft, im organisierten Sport, in der 3. Liga. Dessen sind wir uns bewusst. Auch während der Sitzung haben uns die aktuellen Ereignisse im Land mit neuen Verfügungen immer wieder überholt. Für die 3. Liga ist die heutige Entscheidung ein nächster Schritt, um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.“

    Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, erklärt: „Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Klubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität. Wir müssen uns intensiv mit der Aufgabe auseinandersetzen, wie der gesamte deutsche Profifußball und seine Vereine die Corona-Krise bewältigen können.“

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  • Heute außerordentliche Managertagung

    Der 28. und 29. Spieltag der 3. Liga sind bereits verlegt worden. Mit der Entscheidung folgte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in der vergangenen Woche als Liga-Träger der Empfehlung des Ausschusses 3. Liga, die in Zusammenarbeit mit den 20 Drittliga-Vereinen ausgesprochen wurde. Wie es ab dem 30. Spieltag weitegeht, gilt es heute zu klären. Der DFB hat den Ausschuss und alle Klubs der 3. Liga für Montagnachmittag zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen – die Teilnahme erfolgt in der Regel nicht persönlich, sondern aufgrund des Coronavirus in den meisten Fällen per Videokonferenz. Obwohl die weiteren Folgen auf den Spielbetrieb der laufenden Saison noch nicht in vollem Umfang abzusehen sind, werden die jeweiligen Entscheidungen mit großer Spannung erwartet. Mit einem Ergebnis ist am Abend zu rechnen.

    DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius sagt: „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, nahezu stündlich ergeben sich neue Sachlagen. Klar ist: Die Gesundheit steht über allem. Klar ist darüber hinaus, dass wir unserer Verantwortung für die Vereine gerecht werden wollen und müssen. Vor diesem Hintergrund ist vom DFB für den Fußball in Deutschland ein vernünftiges und entschlossenes Handeln gefragt. Dies muss stets auf Grundlage der von den zuständigen Gesundheitsbehörden ausgesprochenen Verfügungen und im engen Austausch mit den beteiligten Klubs – wie nun in der 3. Liga – geschehen.“ Wie es weitergeht, sei schwer vorhersehbar. „Es ist unglaublich schwierig, Aussagen zu treffen, die über den kommenden Tag hinausgehen. Man muss sich mit aller Besonnenheit den Problemen stellen.“

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  • Geschäftsstelle bis auf Weiteres geschlossen

    Der Coronavirus ist in Deutschland überall präsent. Das Thema macht auch vor dem Fußball nicht halt. Einerseits betrifft das den Trainings- und Spielbetrieb der Vereine, andererseits aber natürlich auch den administrativen Bereich. So ist es auch beim FC Viktoria Köln. Hier bleibt die Vereinsgeschäftsstelle am Sportpark Höhenberg vorerst bis auf Weiteres geschlossen.

    In den Viktoria-Räumlichkeiten am Clevischen Ring ist die Situation ähnlich. Hier wird aktuell mit einer „Notbesetzung“ gearbeitet. Die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Viktoria sind aus dem Homeoffice heraus tätig.

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  • Dotchev: „Ich habe eine starke Frau“

    Seit dem Heimspiel gegen den SC Preußen Münster ist Pavel Dotchev (54) Rekordtrainer der 3. Liga. Mit 237 Partien als Drittliga-Coach hält er zusammen mit Peter Vollmann, aktuell Sportdirektor bei Eintracht Braunschweig, die Bestmarke. Beim nächsten Spiel – der Coronavirus sorgt dafür, dass aktuell nicht vorhersehbar ist, wann das genau sein wird – holt sich Dotchev mit 238 Spielen die alleinige Bestmarke. Wir haben das zum Anlass genommen, um ausführlich mit dem Viktoria-Cheftrainer zu sprechen.

    Herr Dotchev, wann und wie haben Sie eigentlich selbst mit dem Fußballspielen begonnen?

    Pavel Dotchev: Ich habe mit neun Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Das war bei Lokomotive Sofia, einem bulgarischen Traditionsverein. Danach, mit 18 Jahren, ging es schon zu den Profis. Damals war ich ja noch ein junger Spieler und ich hatte Glück: Mein Mitspieler hat sich damals leider das Bein gebrochen. Da bekam ich dann als Spieler meine erste richtige Chance. Ich werde nie vergessen, wie der Präsident dann vor dem Spiel zu mir sagte: ‚Der Vogel ist jetzt auf deiner Schulter gelandet, also greife zu.‘ Ich habe das dann gut hinbekommen, bin mit 21 Jahren Kapitän bei Lokomotive Sofia geworden und habe dort, bis ich 25 war, gespielt. Als Profifußballer war man seinerzeit in Bulgarien privilegiert. Für bulgarische Verhältnisse habe ich recht gut verdient. Wir haben zwar nicht viel gehabt, aber es war eine schöne Zeit.  

    Wie sind Sie eigentlich nach Deutschland gekommen?

    Dotchev: Später, nach der Zeit bei Lokomotive Sofia, wechselte ich zunächst für ein Jahr zum ZSKA, dem Rekordmeister des Landes. Damals kamen Scouts zu einem Spiel, die eigentlich Jordan Letschkow – mit dem ich in einer Mannschaft spielte – beobachten wollten. Ich bin offensichtlich auch sehr positiv aufgefallen. Hinterher wurde ich angesprochen. So ging es dann 1992 nach Hamburg, zum HSV. Damals war Egon Coordes dort Trainer.

    Sie haben in Deutschland beim HSV, Holstein Kiel und beim SC Paderborn unter Vertrag gestanden. Gibt es eine Anekdote, an die Sie besonders gerne zurückdenken?

    Dotchev: Ja, da gibt es einige lustige Geschichten. Einen besonderen Spaß erlaubten sich meine Mitspieler bei Holstein Kiel mit mir. Da ich der deutschen Sprache noch nicht mächtig war, gaben sie mir Tipps, wie ich etwas auf Deutsch zum Trainer sagen sollte. Leider haben sie mich auch manchmal auf den Arm genommen und ich habe dann die lustigsten und peinlichsten Sachen vor der ganzen Mannschaft zum Coach gesagt. 

    In Paderborn sind Sie dann 2003 auch Trainer geworden. Wie kam es dazu?

    Dotchev: Nach meiner Zeit in Kiel wechselte ich zum SC Paderborn. Dort war ich viele Jahre Führungsspieler. Ich habe dort gespielt, bis ich 37 war. Parallel habe ich meine Trainerlizenzen gemacht – die B-Lizenz in Bielefeld, die A-Lizenz in Hennef und 2000 in Köln die Fußballlehrer-Lizenz. Ich habe die Zeit während meiner Laufbahn als Fußballer genutzt, weil es mein Traum war, nach meiner aktiven Zeit als Spieler weiter im Fußball zu arbeiten. Dann wurde unser damaliger Trainer Uwe Erkenbrecher in Paderborn freigestellt. Der damalige Präsident Herr Finke, der im Januar letzten Jahres verstorben ist, wollte mich dann zum Spielertrainer machen, weil er mich als Spieler nicht verlieren wollte. Aber das wollte ich nicht. Er hat sich dann doch entschlossen, mir die Chance als Chefcoach zu geben. So kam es, dass ich dort zweieinhalb Jahre als Trainer arbeiten konnte. Ich konnte die Mannschaft stabilisieren und am Ende stand der Aufstieg in die 2. Liga.

    Sie haben vor Ihrer Zeit bei Viktoria Köln für Paderborn, Erfurt, Sofia, Sandhausen, Münster, Aue und Rostock als Chefcoach gearbeitet. An welche Stationen denken Sie besonders gerne zurück? Und warum?

    Dotchev: Ich habe bei allen Vereinen, bei denen ich gearbeitet habe, viel Freude gehabt. Ich war überall sehr glücklich und habe mich wohlgefühlt. Der einzige Verein, bei dem ich nicht so richtig angekommen bin, war Sandhausen. Deshalb habe ich wahrscheinlich auch nur ein paar Monate dort gearbeitet. Allerdings war das dann vielleicht auch meine Schuld. Ich habe nirgendwo einen Scherbenhaufen hinterlassen, war überall mit Herzblut dabei. Das ist – glaube ich – auch der Grund dafür, weshalb mich viele Menschen bei den früheren Vereinen noch mögen.

    Seit dem Sommer letzten Jahres arbeiten Sie für Viktoria Köln. Was hat Sie – mit so viel Erfahrung im Gepäck – an dieser Aufgabe gereizt?

    Dotchev: Die Gespräche mit Marcus Steegmann und Franz Wunderlich haben mich damals überzeugt. Als wir zusammengesessen haben, gab es auch noch zwei andere Optionen. Ich habe mich aber für Viktoria entschieden und die beiden anderen Angebote ausgeschlagen. Denn ich hatte das Gefühl, hier lässt sich etwas entwickeln und hier kann ich den zukünftigen Weg mitgestalten. Ich wusste, dass der Verein sehr viel Kraft investiert hatte, um aufzusteigen. Aber ich kenne die 3. Liga und mir war klar, dass es für uns im ersten Jahr sehr schwer wird. Auf der anderen Seite weiß ich, wenn wir den Klassenerhalt schaffen, hat die Viktoria das Potenzial, durchaus noch mehr zu erreichen. Darüber hinaus mag ich das Familiäre und Ehrliche hier im Verein.

    Jetzt sind Sie Rekordtrainer der 3. Liga. Ist das ein besonderer Moment in Ihrer Trainerkarriere?

    Dotchev: Ich bin schon stolz darauf. Es ist nicht selbstverständlich in diesem Beruf, so lange dabei zu bleiben. Das kostet auch Kraft, Ausdauer, Energie und schlaflose Nächte. Es gibt tausende Trainer, die im Moment auf Jobsuche und auf dem Markt sind – da sind natürlich auch sehr viele gute dabei. Daher schätze ich diesen Rekord, er bedeutet mir sehr viel. Denn ich weiß, es steckt sehr viel harte Arbeit dahinter. Ich gehöre in Deutschland zu den 60 Trainern, die unter Profibedingungen arbeiten und diesem Beruf ausüben dürfen.

    Bei so viel Fußball, zahlreichen Erfolgen, aber auch vielen Umzügen in andere Städte: Wie lässt sich das mit dem Familienleben vereinbaren?

    Dotchev: Das ist wirklich schwierig. Meine Stationen vor Köln waren zum Beispiel Rostock und Aue. Der feste Wohnsitz der Familie ist eigentlich in Paderborn. Das waren dann immer fast 500 Kilometer, um mal nach Hause zu kommen. Da hat man also oft nicht die Zeit, um zur Familie zu fahren. Als die Kinder noch klein waren – inzwischen sind sie mit der Ausbildung fertig und berufstätig – war ich bei den Geburtstagen oder in den Ferien fast nie da. Das war nicht einfach und ich hatte oft ein schlechtes Gewissen. Aber ich habe eine starke Frau, die mich unterstützt hat. Ich bin seit über 30 Jahren verheiratet und das liegt natürlich in erster Linie an meiner Frau Silvia. In diesem Beruf braucht man starke Personen, die zu einem stehen und dafür bin ich sehr dankbar.

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