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  • Wunderlich: „Fußball nicht das Wichtigste“

    Derzeit dreht sich alles um den Coronavirus. Das ist auch für einen Profifußballer eine ungewöhnliche Situation. Mike Wunderlich, der Kapitän von Viktoria Köln, spricht im Interview über die aktuellen Gegebenheiten.

    Die 3. Liga hat den Spielbetrieb zunächst einmal bis zum 30. April ausgesetzt. Wie halten Sie sich derzeit fit?

    Mike Wunderlich: Jeder aus unserem Team trainiert individuell. In den nächsten Wochen stehen überwiegend Läufe auf dem Programm.

    Sie sind verheiratet und haben zwei Kinder. Wie hat sich für Sie der Alltag in den letzten Tagen verändert?

    Wunderlich: Ich bin fast nur noch zu Hause. Morgens habe ich jetzt ein paar Dinge mehr zu tun, für die ich sonst – wenn ich zum Training gefahren bin – keine Zeit hatte. Ich mache viel mit den Kindern. Sie sind nicht in der Schule, so kann ich zum Beispiel morgens im Garten mit ihnen Fußball spielen. Außerdem kümmere ich mich jetzt häufiger um das Essen.

    Denken Sie, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann?

    Wunderlich: Ich hoffe, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Aber man muss der Realität ins Auge schauen: Keiner kann zum heutigen Zeitpunkt sagen, ob sich die Situation um den Coronavirus in den nächsten zwei Monaten entsprechend verbessern wird. Warten wir es ab. Vielleicht gibt es noch die Möglichkeit.

    Im Fußball geht es darum, sich permanent mit anderen Teams im sportlichen Wettbewerb zu messen. Genau das fällt im Moment weg. Wie fühlt sich das für einen Spieler an?

    Wunderlich: Zunächst war das schon ungewohnt. Aber nach ein paar Wochen gewöhnt man sich an die Situation. Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert. Schließlich gibt es im Moment Wichtigeres, das muss man einfach sagen.

    Welche Hoffnungen haben Sie für die nächsten Wochen und Monate?

    Wunderlich: Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen gesund bleiben. Das gilt natürlich genauso für die eigene Familie. Die Situation verändert sich im Moment fast täglich. Deshalb sollten wir erst einmal die Corona-Krise hinter uns bringen. Danach kann man dann sicher auch wieder ein bisschen über Fußball nachdenken.

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  • Keine Finanzspritzen vom DFB in Sicht

    Die 3. Liga ruht aufgrund der Corona-Krise zunächst bis zum 30. April. Bei einigen Klubs ist in den kommenden Wochen mit Liquiditätsengpässen zu rechnen, da zurzeit keine Zuschauereinnahmen in die Vereinskassen fließen und die meisten Kosten weiterlaufen. Viele Fußballfans fragen sich, warum nicht der Deutsche Fußball-Bund in die Bresche springt. Dazu nahm DFB-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge kürzlich auf DFB.de Stellung.

    „Zu beachten sind rechtliche und steuerliche Vorgaben, an die der DFB zwingend gebunden ist. Wir dürfen Vereine nicht direkt bezuschussen. Aber wir können es auch wirtschaftlich nicht“, so Osnabrügge. Demnach sei eine Bezuschussung von Drittliga-Vereinen unmöglich:Unmittelbar ist der DFB für seine Mitgliedsverbände zuständig. Diesen können und dürfen wir helfen. Darüber hinaus organisiert der DFB eigene Spielklassen, also die 3. Liga, die Frauen-Bundesligen sowie die Junioren-Bundesligen.“

    Das oberste Ziel sei, den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können. Zuschüsse seien steuerrechtlich aber nicht erlaubt, weil die Mittel des DFB gemeinnützig gebunden sind und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet werden dürfen. „Wir haben daher die Vergabe von Darlehen geprüft. Es wäre mein Wunsch gewesen, Kredite für Klubs der DFB-Spielklassen anbieten zu können, mit deren Hilfe sie akute, durch die Corona-Krise entstandene Liquiditätslücken überbrücken können“, so der DFB-Schatzmeister.

    Aber auch dies scheint nicht realistisch zu sein. Osnabrügge: „Mittlerweile bin ich sehr ernüchtert. Nach steuerlichen und rechtlichen Gutachten bis hin zum Kontakt mit der Finanzaufsichtsbehörde ‚BaFin‘ musste ich lernen, dass wir dafür eine Banklizenz bräuchten – obwohl wir ganz sicher an einem solchen Programm kein Geld verdienen wollten. Ich habe das Ganze zur Sicherheit nochmals in die Prüfung gegeben, aber ich bin leider wenig optimistisch.“

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  • Reinemachen im Sportpark beginnt

    Die Kabinen am Sportpark Höhenberg sind komplett leergeräumt. Da sich der Coronavirus in Deutschland weiter ausbreitet, ist derzeit weder im Nachwuchs- noch im Profibereich an einen regulären Trainingsbetrieb zu denken. Dennoch ist die Hoffnung groß, dass in absehbarer Zeit wieder Leben in die Sportstätten im Rechtsrheinischen einkehren kann. Darauf bereitet man sich beim FC Viktoria Köln ab der kommenden Woche intensiv vor.

    Wenn auch vorsorglich, die Verantwortlichen bei Viktoria Köln sehen durchaus Handlungsbedarf. „Wir wollen eine komplette Grundreinigung, ein Desinfizieren des gesamten Profitraktes vornehmen“, berichtet Marcus Steegmann, der Sportliche Leiter der Drittliga-Mannschaft. „Wenn die Spieler zurückkommen, um ins Mannschafttraining zurückzukehren, sollen sie in komplett sauberen Räumen wieder anfangen und trainieren können.“

    Die Reinigungsmaßnahmen betreffen nicht nur den Bereich der Lizenzspieler. Franz Wunderlich, Sportvorstand bei Viktoria Köln, versichert: „Wir werden das komplette Stadion, die kompletten Räumlichkeiten desinfizierend reinigen, damit wir auch diese Sache sehr sorgfältig abgearbeitet haben.“ Und das ist gut so: Denn der Kraftraum, aber auch einige Umkleidekabinen, werden von mehreren Teams aus dem Nachwuchs- und Herrenbereich der Viktoria genutzt.

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  • Mannschaftstraining auf Eis gelegt

    Eigentlich hätte die Drittliga-Mannschaft von Viktoria Köln heute gemeinsam trainieren sollen. Doch daran ist aufgrund der aktuellen Situation um die Corona-Pandemie nicht zu denken. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich glücklicherweise beim FC Viktoria Köln kein Spieler mit dem Virus infiziert, doch die Verantwortlichen des Klubs möchten kein Risiko eingehen.

    „Wir schicken die Spieler nach Hause“, sagt Cheftrainer Pavel Dotchev. Alle wollen sich jetzt selber fit halten. Dotchev: „Bis auf Weiteres werden wir weitgehend telefonisch in Kontakt stehen. Denn wir wollen auch Vorbild sein und zu Hause bleiben. Ich appelliere an alle anderen Menschen, das – sofern möglich – genauso zu tun.“ Den einen oder anderen Spieler konnte man heute dennoch zeitlich versetzt am Sportpark Höhenberg antreffen, um noch ein paar Trainingsutensilien aus den Kabinen mit nach Hause zu nehmen und um aufzuräumen. „Ab Montag werden das Stadion und die Räumlichkeiten vor Ort desinfizierend gereinigt, damit wir auch hier Vorsorge treffen“, erklärt Viktoria-Sportvorstand Franz Wunderlich die Situation.

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  • Albert Bunjaku im Porträt

    In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler vom FC Viktoria Köln genauer vor. Heute: Albert Bunjaku.

    Mit seinen 36 Jahren hat Albert Bunjaku im Laufe seiner Karriere zahlreiche Erfahrungen sammeln dürfen. Dabei spielen neben verschiedenen Vereinen zum Beispiel auch Länderspiele und Trainer eine große Rolle. Ein Name, der häufig fällt, ist Pavel Dotchev.

    1983 in der heutigen Republik Kosovo geboren, kam Bunjaku 1991 in die Schweiz. „Ich habe im Kosovo noch die erste Klasse besucht. Mein Vater war schon vorher in der Schweiz, hat dort gearbeitet und ein bisschen Geld zur Seite gelegt. Er hat dann die Familie nachgeholt. Da war ich dann sieben Jahre alt und bin in der Schweiz gleich in die zweite Klasse gekommen“, erinnert er sich. Seine Eltern und seine zwei Brüder leben noch heute im Land der Eidgenossen. Kein Wunder also, dass der Profifußballer noch oft zu Besuch ist. 

    Zum Fußball kam Bunjaku recht spät. „Ich habe erst mit 14 Jahren angefangen, zu spielen – beim FC Schlieren. Nach einem Jahr hat mich dann gleich der Grashopper Club Zürich zu sich geholt. Das war damals die beste Juniorenausbildung, die es in der Schweiz gab. Ich bin dahin und habe bis zur U 21 beim Verein gespielt. Nebenbei habe ich eine Ausbildung zum Betriebspraktiker begonnen. Als der Trainer eines Tages meinte, dass es bei mir nicht für den Profisport reicht, habe ich aber erst einmal eine Pause gemacht“, so der Stürmer.

    „Ein halbes Jahr danach gab es die Möglichkeit, in der dritten Schweizer Liga, beim SC Young Fellows Juventus, zu spielen. Dann ging es sehr schnell, 2003 ging es in Liga zwei, zum FC Schaffhausen. Ein Jahr später ist die Mannschaft direkt aufgestiegen, sodass ich dann Erstliga-Erfahrung sammeln konnte“, berichtet der Torjäger. Anfang 2006 folgte der Wechsel nach Deutschland, zum SC Paderborn. „Das war zunächst aus meiner Sicht eine Super-Chance, in die 2. Liga nach Deutschland zu gehen. Ich war aber auch ein bisschen naiv und habe nur für ein halbes Jahr einen Vertrag unterschrieben. Denn ich dachte, ich mache in der 2. Liga ein Tor nach dem anderen und schaffe es vielleicht in die Bundesliga. Im Nachhinein erwies sich das eher als Fehler, denn der Plan ging nicht auf.“

    Anschließend gab es die erste Begegnung mit Pavel Dotchev. Bunjaku: „Nach den sechs Monaten in Paderborn, in denen ich kaum zum Zug kam, gab es eine lustige Geschichte. Mein Vertrag war ausgelaufen und meine Frau arbeitete in Paderborn in einer Boutique. Silvia, die Frau von Pavel Dotchev, kaufte dort ein. Sie kamen ins Gespräch. Silvia erzählte, dass ihr Mann in Erfurt als Trainer arbeitet und auf der Suche nach einem Angreifer sei. Und meine Frau sagte: ‚Das käme uns sehr entgegen, denn mein Mann sucht gerade einen neuen Verein.‘ So kam der Kontakt zustande. Dann hat mich Pavel Dotchev angerufen und ich bin damals sofort nach Erfurt gefahren. Dort habe ich zwei Wochen später unterschrieben und hatte eine gute Zeit.“

    Die Angebote in Deutschland wurden jetzt besser. Anfang 2009 folgte der Wechsel aus Erfurt zum 1. FC Nürnberg. Bunjaku: „Nürnberg war in der 2. Liga. Wir sind dann aufgestiegen in die Fußball-Bundesliga. Das war dann mein Höhepunkt in der Karriere. Denn ich durfte im Jahr 2010 mit der Schweizer Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Das war das Schönste, was ich miterleben durfte. Wir sind leider nach der Vorrunde ausgeschieden. Im Spiel gegen Chile, das wir 1:0 gewonnen haben, bin ich eingewechselt worden. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“

    Im Sommer 2012 wechselte Bunjaku zum 1. FC Kaiserslautern. „Das erste Jahr lief top. Stefan Kuntz hat mich damals geholt. Mit Franco Foda kam ein Trainer, der mich gleich zum Kapitän gemacht hat. Leider haben wir damals in der Relegation gegen Hoffenheim den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. Im zweiten Jahr habe ich mich im letzten Testspiel vor der Saison verletzt, hatte einen Knorpelschaden. Unter dem neuen Trainer Kosta Runjaic kam ich danach nicht zurecht und so trennten sich die Wege“, so Bunjaku.

    Einige Zeit danach sollte es ein Wiedersehen mit Pavel Dotchev geben. „Nach meiner Zeit in Kaiserslautern habe ich dann noch einmal in der Schweiz, bei St. Gallen, gespielt. Dort wollte ich eigentlich auch bleiben und habe mich sehr wohl gefühlt. Doch dann kam der Anruf von Pavel Dotchev, ob ich nicht Lust hätte, in die 2. Liga zu Erzgebirge Aue zu wechseln“, so der Stürmer. „Pavel Dotchev hatte sich immer wieder nach mir erkundigt. Auf dem Platz sind wir Trainer und Spieler. Aber ich glaube, er kennt mich wie fast kein anderer Mensch. Deshalb war für mich klar, dass ich das machen werde.“

    Seit dem September 2018 spielt Bunjaku jetzt für Viktoria Köln – hier kam Dotchev erst nach dem Aufstieg in die 3. Liga (2019) hinzu. „Er hatte mich vorher schon mal angerufen, um ein Spiel anzuschauen. Da habe ich ihm natürlich Eintrittskarten besorgt“, verrät der Torjäger der Viktoria. „Er hat dann zugeguckt, wir haben uns auch kurz unterhalten. Er hat damals aber noch nicht verraten, dass die Zusammenarbeit mit Viktoria für ihn ein Thema sein könnte. Aber ich habe trotzdem gedacht, dass da etwas im Busch ist. Und ich freue mich, dass er uns inzwischen mit all seiner Erfahrung hilft. Ich hoffe, dass wir erfolgreich unter seiner Regie spielen und er noch sehr lange bleibt.“

    Das würde Bunjaku auf alle Fälle sehr entgegenkommen. Schließlich fühlt er sich in der Domstadt äußerst wohl. „Köln ist eine superschöne Stadt. Ich bin dankbar, dass mir die Viktoria damals noch einmal die Chance gegeben hat, hier Fußball zu spielen. Ich komme mit allen im Verein gut klar. Meine Kinder und meine Frau haben sich wunderbar eingelebt. Wir fühlen uns hier zuhause“, so der Torjäger. Wenn es nach dem 36-Jährigen geht, kann seine aktive Laufbahn als Spieler noch eine Weile weitergehen: „Ich fühle mich so gut, dass ich noch ein bis zwei Jahre Fußballspielen will. Und danach möchte ich als Trainer arbeiten.“

    Wie auch immer die Karriere von Albert Bunjaku enden wird, ein Eintrag in die Geschichtsbücher des Fußballs ist ihm schon jetzt nicht mehr zu nehmen. Denn obwohl er zuvor für die Schweizer Nationalmannschaft gespielt hatte, kam Bunjaku später auch noch für Auswahl aus dem Kosovo zum Einsatz. „Am 3. Juni 2016 durfte der Kosovo sein erstes offizielles Länderspiel gegen die Färöer Inseln austragen“, erinnert sich der Angreifer. Beim 2:0-Erfolg seines Geburtslandes erzielte er in der 44. Minute das viel umjubelte 1:0 und damit das erste offizielle Länderspieltor für die Republik in Südosteuropa. Bunjaku: „Darauf bin ich stolz.“

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  • Coronavirus – die aktuellen Fakten bei Viktoria

    Die gute Nachricht zuerst: Beim FC Viktoria Köln liegt bislang kein bekannter Fall einer Corona-Erkrankung vor – weder im Drittliga- sowie A-Junioren-Bundesliga-Kader noch bei den anderen Nachwuchs- und Herrenmannschaften. Dazu hat natürlich auch das umsichtige und vorausschauende Verhalten der vielen Verantwortlichen im Verein beigetragen. Dennoch möchten wir einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation geben. Wie lange ist der Spielbetrieb derzeit ausgesetzt? Wird schon wieder trainiert?

    1. Herren-Mannschaft

    Spielklasse: 3. Liga

    Trainingsstatus: aktuell kein Mannschaftstraining

    Spielbetrieb: ruht laut DFB (Deutscher Fußball-Bund) zunächst bis zum 30. April 2020

    2. Herren-Mannschaft

    Spielklasse: Landesliga (Staffel 1)

    Trainingsstatus: aktuell kein Mannschaftstraining

    Spielbetrieb: ruht laut FVM (Fußball-Verband Mittelrhein) bis einschließlich 19. April 2020

    U 19:

    Spielklasse: A-Junioren-Bundesliga West

    Spielbetrieb: ruht laut DFB (Deutscher Fußball-Bund)  bis einschließlich 19. April 2020

    Weitere Nachwuchsmannschaften:

    Spielklasse: diverse

    Trainingsstatus: aktuell kein Mannschaftstraining

    Spielbetrieb: ruht laut FVM (Fußball-Verband Mittelrhein) bis einschließlich 19. April 2020

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  • Die aktuelle Situation bei Viktoria Köln

    Am Montagabend hat die 3. Liga mitgeteilt, dass der Spielbetrieb bis zum 30. April ruhen wird. Die Ursache dafür ist hinlänglich bekannt: Die Verantwortlichen der Klubs und vom DFB wollen ihren Beitrag dazu leisten, dass sich der Coronavirus nicht durch den Besuch von Fußballspielen verbreitet und hoffen gleichzeitig darauf, die Saison unter Beachtung der behördlichen Anordnungen und Weisungen zu Ende führen zu können. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es dennoch viele offene Fragen. Eric Bock und Axel Freisewinkel, die Geschäftsführer der FC Viktoria Köln 1904 Spielbetriebs GmbH, versuchen im Interview, für ein wenig mehr Transparenz zu sorgen.

    Die 3. Liga hat entschieden, den Spielbetrieb bis Ende April auszusetzen. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

    Axel Freisewinkel: Wir tragen diese Entscheidung voll und ganz mit. Es herrschte diesbezüglich ein sehr großer Konsens in der 3. Liga, erst einmal eine lange Pause zu machen, um der Gesundheits- und gesamtgesellschaftlichen Situation in Deutschland gerecht zu werden. Es wurde aber auch entschieden, dass  ein früherer Einstieg in den Spielbetrieb möglich wäre, falls die Fallzahlen extrem zurückgehen. Aber daran glaubt im Moment niemand. Insofern halten wir die Übereinkunft, die getroffen wurde, für sehr gut.

    Wie soll es danach weitergehen? Soll die Reihenfolge der Spiele beibehalten werden? Oder wird es einen völlig neuen Spielplan geben?

    Eric Bock: Nach der Verlegung der Europameisterschaft um ein Jahr ist die Möglichkeit da, die Saison nach hinten heraus etwas zu verlängern.

    Axel Freisewinkel: Die aktuell angesetzten Spieltage im Monat Mai sollen ganz normal stattfinden, die jetzt verlegten Spiele sollen nacheinander nachgeholt und in den Spielplan integriert werden. Man wird also eine etwas andere Reihenfolge haben als ursprünglich geplant. Wir glauben, dass die Saison dann erst im Juni enden wird.

    Welche Auswirkungen haben die aktuellen Veränderungen auf die Sponsoren der Viktoria?

    Eric Bock: Zunächst einmal keine, denn die Spiele sollen ja zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen werden. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Saison zu Ende geführt wird. Sollte sich eine andere Situation ergeben – schließlich gibt es ja tagtäglich neue Fakten zum Thema Coronavirus – müssten wir die Sachlage neu bewerten. Dazu befinden wir uns mit vielen Partnern im Austausch, zum Teil auch schon für die nächste Saison.

    Bringen die Auswirkungen des Coronavirus die Drittliga-Mannschaft von Viktoria Köln in finanzielle Nöte? Schließlich sind für einen langen Zeitraum keine Zuschauereinnahmen zu erwarten?

    Axel Freisewinkel: Grundsätzlich gilt für uns und für viele andere Drittligisten, dass der Ausfall der Zuschauereinnahmen sehr wehtut. Denn fast alle Fixkosten laufen weiter. Wir prüfen jetzt intern, wo wir einsparen können, um diesen Verlust erst einmal aufzufangen. Weil wir allerdings nicht so hohe Zuschauereinnahmen haben, wie manch anderer Drittligist, geht es bei uns – Stand heute – nicht um die Existenz. Was die Fernsehgelder und die Einnahmen aus der Zentralvermarktung angeht, ist es folgendermaßen: Die Beträge werden grundsätzlich in vier Raten ausgeschüttet. Davon sind bereits drei Raten geflossen. Da sich die Mannschaften dafür stark gemacht haben, eine lange Pause zu machen und danach den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, war ein möglicher Wegfall der noch ausstehenden finanziellen Mittel kein Gegenstand der Diskussion. 

    Behalten die schon gekauften Eintritts- und Dauerkarten erst einmal Ihre Gültigkeit? Was passiert, wenn nach dem 30. April nicht vor Publikum gespielt werden kann?

    Axel Freisewinkel: Zunächst behalten alle Eintritts- und Dauerkarten ihre Gültigkeit, sie gelten teilweise für ein anderes Spieldatum. Sollte es tatsächlich bis zum Saisonende zu Geisterspielen kommen, müssen wir die Situation prüfen. Falls ein solches Szenario wirklich eintritt, hoffen wir – wie auch andere Vereine – ein Stück weit auf die Solidarität unserer Anhänger. Schließlich geht es darum, auch in der kommenden Saison Drittliga-Fußball in Höhenberg anbieten zu können.

    Im Nachwuchsbereich wurde der Trainingsbetrieb komplett ausgesetzt. Wie sieht das bei den Profis aus?

    Eric Bock: Die Mannschaft wird Ende der Woche die entsprechenden Planungen bekommen. Dabei werden wir uns an die behördlichen Anordnungen halten. Wenn wieder trainiert wird, kann das aber erst einmal nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit passieren. Deshalb werden auch keine Trainingspläne veröffentlicht.

    Der FC Viktoria Köln muss im Sommer für den Bau einer Rasenheizung im Sportpark Höhenberg sorgen. Der Zeitplan dafür ist eng gestrickt. Würde die Viktoria die aktuelle Saison auf jeden Fall in Höhenberg zu Ende spielen können?

    Axel Freisewinkel: Ich gehe davon aus, dass es so sein wird. Alles andere wäre für mich Wettbewerbsverzerrung. Wir haben derzeit eine außergewöhnliche Situation und können den Auftrag für die Rasenheizung nicht termingenau vergeben. Deshalb werden wir auf den DFB zugehen, um gemeinsam nach einer Lösung im Rahmen des Zulassungsverfahrens zu suchen.

    Natürlich ergeben sich tagtäglich neue Situationen in Bezug auf den Coronavirus. Wie gehen Sie selbst damit um und welche Bitte haben Sie diesbezüglich an die Freunde und Fans der Viktoria?

    Eric Bock: Beide Geschäftsführer sind täglich im Büro. Seit der Corona-Krise ist der Arbeitsumfang für uns noch größer geworden. Die Geschäftsstellen-Mitarbeiter vom Sportpark Höhenberg arbeiten aus dem Homeoffice heraus, gleiches gilt für das Team aus den Geschäftsräumen am Clevischen Ring. Allerdings gibt es hier eine Notbesetzung. Ich selbst versuche, möglichst Abstand zu anderen zu halten und nutze die zur Verfügung stehenden Desinfektionsmittel, damit mir nichts passiert. Herzliche Begrüßungen sind momentan nicht zeitgemäß. Es gibt keine großen Meetings, sondern eher Videokonferenzen. Darüber hinaus ist natürlich an manchen Stellen ein wenig Geduld gefragt. Wir werden täglich mit neuen Situationen konfrontiert, die zum Teil eine neue Bewertung erfordern. Es ist dann nicht immer möglich, fünf Minuten später bereits eine Lösung parat zu haben.

    Axel Freisewinkel: Ich bitte alle, den Auflagen der Stadt, des Landes und des Bundes nachzukommen und große Menschenansammlungen zu vermeiden, damit die Pandemi eingedämmt werden kann. Dennoch stehen natürlich viele Entscheidungen an, somit gibt es viel zu tun. Ich hoffe, dass die Fallzahlen runtergehen und wir in absehbarer Zeit wieder zur Normalität finden können. Vielleicht schaffen wir es, nicht alles so kritisch zu bewerten, wie das sonst der Fall ist. Schließlich herrscht aktuell für alle Menschen eine Ausnahmesituation. Da muss nicht jede Bestimmung in Frage gestellt werden. Alle Menschen, die in solchen Phasen Entscheidungen treffen, sind meist Experten auf ihrem Gebiet und versuchen, die Situation nach bestem Wissen und Gewissen zu beurteilen.

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  • Viktoria-Lazarett lichtet sich

    Die Anzahl der verletzten Spieler im Kader von Viktoria Köln nimmt ab. Während Patrick Koronkiewicz (Adduktorenprobleme) und Michael Seaton (Riss des Syndesmosebands im rechten Sprunggelenk) noch für längere Zeit ausfallen, stehen andere Akteure inzwischen wieder zur Verfügung.

    Einer von ihnen ist Daniel Mesenhöler. Der Torhüter zog sich im November vor dem Auswärtsspiel in Duisburg im Training eine komplizierte Schulterverletzung zu. Nach einer Operation sind die anschließenden Reha-Maßnahmen weitgehend abgeschlossen. Der 24-Jährige hat bereits wieder mit der Mannschaft trainiert und wirkt weitgehend beschwerdefrei.

    Gleiches gilt für Lars Dietz. Der Innenverteidiger der Kölner laborierte an einem Mittelhandbruch, der aus der Drittliga-Partie gegen die Bundesliga-Reserve des FC Bayern München stammt. Inzwischen wäre der 23-Jährige wieder einsatzfähig.

    Gut sieht es auch für die Offensivspieler Mike Wunderlich und Albert Bunjaku aus. Wunderlich hatte sich in der vergangenen Trainingswoche eine Zerrung in der Wade zugezogen, ist aber wieder fit. Bunjaku hatte schon zuvor einen Schlag auf die Wade bekommen und fehlte mehrere Tage im Training. Auch er steht inzwischen wieder zur Verfügung.

    Derzeit befindet sich das Team von Viktoria Köln nicht im Mannschaftstraining. Das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, soll minimiert werden. Wahrscheinlich wird sich der Kader Ende der Woche erstmals wieder treffen – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Spielbetrieb der 3. Liga ruht voraussichtlich bis zum 30. April.

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  • 3. Liga setzt Saison bis zum 30. April aus

    Die 3. Liga unterbricht ihren Spielbetrieb zunächst bis zum 30. April. Darauf hat sich die Spielleitung der 3. Liga mit dem Ausschuss 3. Liga und den Vertretern der 20 Drittligisten im Rahmen einer außerordentlichen Managertagung am heutigen Montag verständigt. Der festgelegte Zeitraum orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Betroffen sind die Spieltage 30 bis 35, sollte die behördliche Verfügungslage nicht doch eine frühere Austragung zulassen.

    Die Sitzung wurde per Videokonferenz durchgeführt, alle Teilnehmer aus den Klubs der 3. Liga waren von ihren heimischen Standorten zugeschaltet. Vom DFB waren neben dem zuständigen Vizepräsidenten Peter Frymuth unter anderem Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie als medizinischer Experte Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. med. Tim Meyer vertreten.

    Der Entscheidung, die Saison weiter auszusetzen, waren intensive Diskussionen unter den Drittligisten zum grundsätzlichen Vorgehen in der Corona-Krise vorausgegangen. Ziel der Drittligisten bleibt es, die Saison unter Ausnutzung aller terminlichen Möglichkeiten fortzusetzen und sportlich zu Ende zu spielen – sofern dies aus gesundheitlicher und behördlicher Sicht vertretbar ist.

    Wie es über den 30. April hinaus in der 3. Liga weitergeht, dazu soll auch die morgige Sitzung der Europäischen Fußball-Union UEFA mit ihren Ergebnissen weitere Hinweise liefern. Mit Blick auf die sich ständig ändernde Faktenlage wird sich der DFB mit dem Ausschuss 3. Liga und den Klubs in den nächsten Wochen weiterhin eng abstimmen und alle denkbaren Szenarien für die aktuelle Saison einer genauen Prüfung unterziehen.

    Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga, sagt: „An erster Stelle stehen Gesundheit und Solidarität. Zur effektiven Bekämpfung des Coronavirus‘ und Bewältigung der Krise haben wir alle unseren Beitrag zu leisten und die zuständigen Behörden bestmöglich zu unterstützen. Auf uns warten gewaltige Herausforderungen – in der Gesellschaft, im organisierten Sport, in der 3. Liga. Dessen sind wir uns bewusst. Auch während der Sitzung haben uns die aktuellen Ereignisse im Land mit neuen Verfügungen immer wieder überholt. Für die 3. Liga ist die heutige Entscheidung ein nächster Schritt, um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.“

    Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, erklärt: „Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Klubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität. Wir müssen uns intensiv mit der Aufgabe auseinandersetzen, wie der gesamte deutsche Profifußball und seine Vereine die Corona-Krise bewältigen können.“

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  • Vaterfreuden bei André Weis

    Freudige Nachrichten für Viktoria-Keeper André Weis und seine Frau Rosa: Am Montagmorgen erblickte der kleine Noah in Köln das Licht der Welt. Der neue Erdenbürger brachte nach der Geburt das stolze Gewicht von 3980 Gramm auf die Waage und ist 54 Zentimeter groß. „Es ist alles gut verlaufen, Rosa und Noah sind wohlauf“, so der Schlussmann von Viktoria Köln.  

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