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  • Ticket-Update: Viktoria vs. Mannheim

    Ticket-Update: Viktoria vs. Mannheim

    Am Samstag (Anpfiff 14.00 Uhr) ist der SV Waldhof Mannheim bei Viktoria Köln zu Gast. Die Vorfreude auf die Partie gegen den früheren Erstligisten ist riesig. Schließlich gibt es für die Höhenberger ein Wiedersehen mit Ex-Coach Patrick Glöckner und den früheren Viktoria-Spielern Hamza Saghiri und Marcel Gottschling. Kürzlich sicherte sich der Klub aus Baden-Württemberg dazu noch die Dienste von Marco Höger, dem früheren Vize-Kapitän des 1. FC Köln. Es gibt also einige Verbindungen zwischen beiden Städten.

    Die Corona-Schutzverordnung gestattet bei der Partie 3.333 Zuschauer. Der Zutritt erfolgt nach der 3-G-Regel, also dem Nachweis ob jemand getestet, genesen oder geimpft ist. Die Anzahl der getesteten Stadionbesucher darf voraussichtlich die 500-er-Marke nicht überschreiten. Denn Köln wird sich aufgrund steigender Corona-Zahlen am Wochenende in der Inzidenzstufe III befinden. Das Kontingent für getestete Personen ist weitestgehend ausgeschöpft. In Kürze können für die Begegnung wahrscheinlich nur noch Tickets an geimpfte und genesene Personen verkauft werden.

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  • Neues aus dem Verein

    Neues aus dem Verein

    Hier sind wieder ein paar interessante Kurznachrichten rund um Viktoria Köln.

    Enes Tubluk mit neuem Verein: Offensivspieler Enes Tubluk hat einen neuen Verein gefunden. Der 21-Jährige wird künftig das Trikot des türkischen Drittligisten Usak Spor tragen. Tubluk spielte in der vergangenen Saison noch bei der Viktoria und kam in Höhenberg auf insgesamt sechs Ligaeinsätze. Nun unterschrieb er in der Türkei einen Zwei-Jahres-Vertrag.

    U 17: Die Mannschaft von U 17 Chefcoach Martin Grund hat sich am Sonntag mit einem 2:2 (2:1) vom SV Waldhof Mannheim getrennt. „Die ersten 20 Minuten haben wir großartigen Fußball gespielt und den Gegner klar beherrscht. Die zwei Tore waren klasse rausgespielt. In der Folge haben wir dann den Faden verloren und Mannheim hat den Anschlusstreffer sowie den Ausgleich erzielt. Bei den Gegentoren waren wir etwas unsortiert, hätten aber sogar noch das 3:2 machen können. Ich bin dennoch stolz auf die Mannschaft und die Leistung, denn die trainierten Inhalte aus den letzten Wochen haben sie super umgesetzt.“ Bevor es für die B-Junioren in zwei Wochen in der Meisterschaft losgeht, testen die Höhenberger am Samstag gegen die U 16 von Borussia Dortmund. 

    Ticketrohling: Gute Nachrichten für Ticketsammler und Souvenir-Jäger! Jeder, der ab sofort seine Eintrittskarte in der Geschäftsstelle am Sportpark Höhenberg sowie am Spieltag an der Tageskasse (wenn diese geöffnet ist) käuflich erwirbt, erhält nun nagelneu designte Ticketrohlinge der Viktoria. Auf der Vorderseite versehen mit einem Bild der Viktoria-Anhänger und dem aktuellen Design des Vereins, ist die Rückseite weiterhin mit Informationen zum Stadion und dem gültigen Fahrausweis im VRS-Netz bestückt.

    U 19: Nach dem verpassten Einzug ins Halbfinale im NRW-Ligapokal treffen die A-Junioren der Viktoria am 22. August auf die U 19 von Rot-Weiss Essen. Anpfiff der Partie am Sonntag ist um 11.00 Uhr im Aggerstadion in Troisdorf. Essen steht in der Ligapokal-Gruppentabelle aktuell auf Rang eins. Und das ist nicht ganz unverdient: Die A-Jugend aus dem Ruhrpott konnte bislang beide Gruppenspiele für sich entscheiden. Es bleibt abzuwarten, ob sie sich auch gegen die Viktoria den Sieg holen werden.

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  • Aus im NRW-Ligapokal: U 19 verliert gegen den VfL Bochum mit 1:2

    Aus im NRW-Ligapokal: U 19 verliert gegen den VfL Bochum mit 1:2

    Viktorias U 19 verliert trotz guter Leistung auch das zweite Gruppenspiel im NRW-Ligapokal der A-Junioren. Beim 1:2 (0:1) gegen den VfL Bochum gerieten die Höhenberger Jungs durch zwei Strafstöße in einen Rückstand, den sie in der Folge nicht mehr aufholen konnten.

    Erklärung NRW-Ligapokal: Im NRW-Ligapokal nehmen 16 Mannschaften der A-Junioren Bundesliga West teil. Diese treten in Vierergruppen gegeneinander an, um einen Gruppensieger zu ermitteln. Die Spiele finden an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt. Die Gruppenersten ziehen direkt ins Halbfinale ein.

    Personal: Verteidiger Oualid Mhamdi wurde nach längerer Verletzungspause zur Halbzeit eingewechselt. Ende Juni hatte sich der 18-Jährige ohne Fremdeinwirkung beim Testspiel gegen Viktoria Griesheim verletzt.

    Spielverlauf: Nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen Fortuna Düsseldorf hatten sich die U 19-Spieler der Viktoria einiges vorgenommen. Die Höhenberger griffen früh an und erspielten sich erste Torchancen durch Joel Vieting (2.) und Ilhan Altuntas (4.). Letzterer kam von der Strafraumkante zum Abschluss, sein Ball ging allerdings über das Tor. In der Folge blieb die Viktoria bissig und konnte vom VfL häufiger nur durch Fouls gestoppt werden. In der 28. Spielminute kam es nach einem unfairen Einsteigen kurz vor dem Bochumer Strafraum zu einem Freistoß. Seokju Hongs Ball streifte allerdings nur das Außennetz, nachdem er abgefälscht worden war. Doch auch der VfL wusste Gefahr im gegnerischen Strafraum zu erzeugen: In der 34. Minute geriet ein Bochumer im Laufduell innerhalb des Sechzehners zu Fall, Schiedsrichterin Kathrin Heimann entschied auf Foulelfmeter. Viktoria-Torhüter Mika Rudnick erahnte die rechte Ecke, doch der Schuss von VfL-Mittelfeldspieler Leon Tasov war zu platziert. Mit einem 0:1-Rückstand ging es in die Pause.

    Die Halbzeitansprache von Viktorias U 19-Cheftrainer Marian Wilhelm zeigte Wirkung. Die Höhenberger Jungs übrückten in den zweiten 45 Minuten das Mittelfeld mit schnellen Pässen in die Sturmspitze. Doch der VfL Bochum steckte nicht zurück und setzte den Klub von der Schäl Sick mit Läufen in den Sechzehner unter Druck. In der 65. Minute wurde ein solcher Angriff an der Strafraumkante mit einem Foul unterbunden, wodurch die Unparteiische erneut auf Strafstoß für die Blau-Weißen entschied. Diesmal legte sich VfL-Offensivkraft Ali Demirel den Ball am Elfmeterpunkt zurecht und verlud Rudnick zum 2:0. Nun waren es die Bochumer, die versuchten, die Viktoria zu einem weiteren Fehler zu zwingen und den Deckel drauf zu machen. Doch in der 71. Spielminute leiteten die Höhenberger einen Konter durch Benjamin Hemcke ein, der den eingewechselten Salvatore Giambra den Ball an der Strafraumgrenze gekonnt in die Schnittstelle spielte. Giambra fackelte nicht lange und erzielte mit einem Schuss ins linke Eck sein erstes Pflichtspieltor für die U 19. Da die Höhenberger Jungs wussten, dass sie nur mit einem Punktgewinn in Bochum eine Chance auf das Weiterkommen wahren würden, griffen sie in der Folge weiter beharrlich an. Doch die Torchancen von Prinz Mvutu (77.) und Hemcke (81.) fanden nicht ihr Ziel. So musste sich die U 19 am Ende mit 1:2 geschlagen geben.

    Stimme des Spiels: „Wir wollten über 90 Minuten alles raushauen, was in uns steckt“, sagte Viktoria-Chefcoach Marian Wilhelm nach Abpfiff, „doch wir müssen in unserem eigenen sowie im gegnerischen Strafraum cleverer agieren. Wenn wir allerdings so leidenschaftlich und beherzt in der A-Junioren Bundesliga spielen, wird es jedes Wochenende eine gute Partie geben.“

    Aufstellung Viktoria Köln: Mika Rudnick – Tim Schirmer, David Kubatta, Phil Zimmermann, Ilhan Altuntas (Oualid Mhamdi, 46.) – Benjamin Hemcke (Calvin Mockschan, 85.), Murat Aydin (Rexhep Ajdari, 73.), Joel Vieting (Salvatore Giambra, 60.) – Luca de Meester, Seokju Hong, Ben Hompesch (Prinz Mvutu, 60.).

    Tore: 0:1 Leon Tasov (34., Elfmeter), 0:2 Ali Demirel (65., Elfmeter), 1:2 Salvatore Giambra (71.)

    Zuschauer: 50

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  • Wiedersehen mit Patrick Glöckner

    Wiedersehen mit Patrick Glöckner

    Seit 30 Jahren wartet Viktoria Köln nun schon auf einen Sieg gegen den SV Waldhof Mannheim. Am Samstag haben die Höhenberger Jungs wieder die Chance, diese Uhr auf Null zu stellen. Doch leicht wird das nicht: Die Buben haben sich mit bekannten Spielern aus der 1. und 2. Bundesliga verstärkt.

    Saisonstart:

    Nach zwei Unentschieden und einer Niederlage aus den ersten drei Spielen rangiert der SV Waldhof Mannheim derzeit auf dem 15. Tabellenplatz. Allerdings täuscht der Blick auf die Liga darüber hinweg, dass die Baden-Württemberger im DFB-Pokal den Europa League Teilnehmer Eintracht Frankfurt mit 2:0 aus dem Wettbewerb gekegelt haben. Eines ist jedoch klar: Bisher fielen alle Mannheim-Tore in der 3. Liga von der Strafraumkante. Viktoria ist also gewarnt.

    Kader:

    Kaum ein anderer Drittligist hat sich mit solch namhaften Spielern verstärkt wie der SV Waldhof. So begrüßen die Buben nicht nur Marco Höger in ihren Reihen (159 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln und Schalke 04), sondern auch die Heidenheim-Legende Marc Schnatterer. Letzterer lieferte unglaubliche 457 Pflichtspiele für den 1. FC Heidenheim ab, feierte mit dem Rot-Blauen 2013 die Drittligameisterschaft und war über Jahre hinweg der Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels des FCH. In den sozialen Netzwerken steht ein anderer Neuzugang im Rampenlicht: Niklas Sommer von DAC Dunajska Streda aus der Slowakei kommt auf Instagram auf 250.000 Follower. Der 23-Jährige aus Dessau kann aber weit mehr als sich nur für soziale Medien in Szene zu setzen, wie er im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt 90 Minuten lang sehenswert unter Beweis stellte. Bei all den interessanten Neuverpflichtungen muss allerdings auch ein Blick auf die Abgänge geworfen werden: So verließ beispielsweise der Mittelfeldspieler Max Christiansen das Team und schloss sich Bundesligist Greuther Fürth an. Zudem zog es Offensivmotor Arianit Ferati in die Eredivisie zu Fortuna Sittard. Und auch Sechser Marco Schuster ist nun nicht mehr Teil der Buben, sondern festigt die Verteidigung des SC Paderborn in der 2. Liga. Ob diese Abgänge aus dem Mittelfeld kompensiert werden können, wird der Saisonverlauf zeigen.

    Spieler im Fokus:

    Hamza Saghiri spielte nicht nur sein letztes Jahr in der U 19 bei der Viktoria. Der Mittelfeldspieler absolvierte auch 98 Partien bei den Profis der Höhenberger. Er stieg mit den Rechtsrheinischen im Jahr 2019 in die 3. Liga auf und war ein fester Bestandteil der Mannschaft, bevor er sich für einen Wechsel zum SV Waldhof Mannheim entschied. Der mittlerweile 24-Jährige ist gut bei den Buben aufgenommen worden, gehört größtenteils zur Startelf und konnte am letzten Spieltag gegen die Würzburger Kickers mit einem Treffer der Marke Traumtor seinem Verein einen Punkt sichern. Wenn man der Statistik glaubt, wird der in Würselen geborene Spieler am Samstag auf dem Rasen stehen: Saghiri verpasste bisher keine Minute gegen seinen früheren Verein.

    Der Trainer:

    Seit 2005 ist Patrick Glöckner als Trainer aktiv, allerdings hatte er seine erste Anstellung als Chefcoach einer Profi-Mannschaft erst 2018. In der Zwischenzeit sammelte er Erfahrungen als Co-Trainer – unter anderem bei dem FC St. Pauli und Viktoria Köln. Hier arbeitete er unter der Regie von Olaf Janßen, dem heutigen Chefcoach der Höhenberger. Als dieser nach der abgeschlossenen Saison 2017/2018 zum VfL Wolfsburg ging, um mit Bruno Labbadia ein Trainerteam zu bilden, übernahm Glöckner die Position des Cheftrainers von Janßen. Auch wenn er am Ende der Spielzeit 2018/2019 nicht mehr an der Seitenlinie stand, ist ihm der Drittliga-Aufstieg zu großen Stücken anzurechnen. Nachdem er an der schwierigen Aufgabe scheiterte, den Chemnitzer FC vor dem Abstieg aus der 3. Liga zu bewahren, heuerte ihn Waldhof Mannheim an. In seiner ersten Saison als SVW-Chefcoach erreichte er einen soliden achten Tabellenplatz.

    Die Historie:

    Auch wenn Waldhof Mannheim in den letzten Jahrzehnten einige Spielzeiten in der Ober- und Regionalliga verbrachte, ist der Verein doch ein wichtiger Bestandteil der deutschen Fußballgeschichte. Eines der wichtigsten Spiele der Blau-Schwarzen fand bereits am 28. April 1940 statt, keine zwei Wochen bevor die Wehrmacht den Westfeldzug gegen Frankreich startete. Das Finale des Tschammerpokals (heute bekannt als DFB-Pokal) zwischen dem 1. FC Nürnberg und Mannheim verfolgten 60.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion. Dabei war das Endspiel auf dem Papier eine klare Sache: Nürnberg war bereits sechsfacher Deutscher Meister und konnte seinen wertvollsten Spieler, Hans Uebelein, von der Front für das Finale auf den Platz holen. Anders sah es da bei den Blau-Schwarzen aus, die ihren Schlussmann nicht vom Kriegsdienst freistellen konnten und zudem sieben Spieler im Kader hatten, die keine 20 Jahre alt waren. Die Mannheimer ergaben sich nicht ihrem Schicksal und überzeugten in der ersten Halbzeit durch kämpferisches Auftreten. Erst in der zweiten Hälfte wurde der Favorit aus Franken stärker und gewann dank eines Doppelpacks von Max Eiberger mit 2:0. Bis heute ist das Finale die Partie mit den meisten Zuschauern für den SV Waldhof Mannheim.

    Bisherige Bilanz:

    Siebenmal standen sich die Spieler der Viktoria und der Baden-Württemberger in den letzten 84 Jahren gegenüber: Die ersten beiden Begegnungen 1937 gewann Waldhof, doch als sie 1991 im DFB-Pokal aufeinandertrafen, gingen die Höhenberger mit einem 1:0 als Sieger vom Platz. In den letzten zwei Spielzeiten in der 3. Liga gab es je ein Unentschieden und eine Niederlage für die Kölner. Der Klub von der Schäl Sick wartet somit seit fast 30 Jahren auf einen Sieg gegen die Buben wartet. Statistisch gesehen ist Simon Handle da ein Hoffnungsträger aus Viktoria-Sicht: Der Flügelflitzer traf als einziger aktueller Spieler der Kölner bereits zweimal gegen die Mannheimer in der 3. Liga.

    Die Partie in den Medien:

    Anpfiff der Partie ist am Samstag um 14:00 Uhr im Sportpark Höhenberg. Das Spiel zwischen Viktoria Köln und dem SV Waldhof Mannheim wird ab 13:45 Uhr live bei Magenta Sport (als Einzelspiel und in der Konferenz) übertragen. Über die Social-Media-Kanäle des Vereins (Facebook, Instagram, Twitter, YouTube) werden die Anhänger natürlich auch wieder auf dem Laufenden gehalten. Einen Liveticker wird es auf der Viktoria-Homepage auch geben.  

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  • Olaf Janßen: „Erst einmal müssen wir uns jetzt schütteln!“

    Olaf Janßen: „Erst einmal müssen wir uns jetzt schütteln!“

    Als Spieler und Trainer hat Olaf Janßen (54) im Profifußball schon eine Menge erlebt. Nach seiner Rückkehr nach Köln Anfang Februar gelang der Viktoria mit 51 Punkten und Platz zwölf doch noch der sichere Klassenerhalt. Im Interview spricht der Cheftrainer der Höhenberger über den Start in die aktuelle Saison, die Unterstützung des Publikums und das nächste Heimspiel gegen Waldhof Mannheim.  

    Herr Janßen, mit einem Punkt aus drei Spielen ist die Viktoria wahrscheinlich nicht so in die Drittliga-Saison gestartet, wie Sie sich das vorgestellt haben. Was muss sich in den nächsten Wochen ändern?

    Olaf Janßen: Das stimmt, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Wir hatten uns schon gewünscht, ein paar Punkte mehr zu haben. Denn das war auch möglich. Wir mussten aber nach diesem großen Umbruch einkalkulieren, dass es sehr holprig wird. Wir tragen aber auch eine Mitschuld, weil wir einfach nicht konsequent genug – mit allem, was wir haben – unser Tor verteidigen. Wir bekommen viel zu leichte Gegentore. Wir haben zwar in allen Partien, einschließlich dem DFB-Pokalspiel, einen riesigen Aufwand betrieben und die anderen Mannschaften vor Probleme gestellt, aber wir haben uns nicht belohnt und den Gegnern Tore geschenkt. Ich glaube, wenn wir das abstellen, sind wir schon einen großen Schritt weiter.

    Sie selbst haben immer davon gesprochen, dass es aufgrund der großen Veränderungen im Kader ein steiniger Weg werden wird. Kann es da nicht nur um den Klassenerhalt für Sie und die Mannschaft gehen?

    Janßen: Wenn man jetzt nach drei Spieltagen auf die Tabelle schaut, muss man auch ins Kalkül ziehen, dass es vielleicht nur um den Klassenerhalt geht. Aber im Grunde ist es so: Gerade in dieser 3. Liga weiß man, dass die Abstiegszone und das Mittelfeld extrem eng beieinanderliegen. Ich erinnere mich noch an die letzte Saison, als ich zur Viktoria zurückkam: Da waren im Prinzip zwölf, dreizehn oder gar vierzehn Mannschaften in diesen Abstiegskampf verwickelt. Von daher glaube ich, dass es auch in dieser Saison sehr lange dauern wird, bis sich die Spreu vom Weizen trennt.

    Dennoch hat die Mannschaft zum Beispiel im DFB-Pokal gegen Hoffenheim gezeigt, welche Willenskraft und Qualität in ihr steckt – trotz vieler verletzter Spieler. Wie sind die unterschiedlichen Leistungen zu erklären?

    Janßen: Ich habe da nicht so große Unterschiede gesehen, wenn ich mir die einzelnen Spiele angucke. Natürlich gab es zum Beispiel im DFB-Pokal gegen Hoffenheim eine besondere Emotionalität. Wir wussten, wir spielen zu Hause gegen einen Erstligisten. Wir hatten eine überwältigende Unterstützung von den Rängen. Da geht dann vielleicht noch einmal ein bisschen mehr. Das ist menschlich, dass bei so einer Stimmung noch ein paar Prozentpunkte herausgekitzelt werden. Aber im Grunde müssen wir diese Gier an jedem Spieltag haben. Ich erinnere mich diesbezüglich an ein Interview von Leon Goretzka. Er wurde zum Gewinner-Gen der Bayern befragt. Und da hat er sinngemäß gesagt: ‚Das kann man mit Worten nicht erklären. Aber eine Sache ist klar: Man geht in die Kabine und spürt diese Gier, zu siegen.‘ Das ist das, was wir versuchen müssen, in unsere DNA aufzunehmen – diesen Spaß und diese Gier zu haben, am Samstag diese drei Punkte zu holen.

    Die Unterstützung des Publikums gegen Hoffenheim war überragend. Auch zuletzt in Lotte gegen Verl standen die Fans wie eine Wand hinter dem Team. Hat Sie das überrascht?

    Janßen: Ja! In dieser Art und Weise hat mich das erstaunt. Das hätte ich in dieser Form nicht für möglich gehalten. Ich bin sehr angenehm überrascht – vor allem, weil es zwei Spiele waren, die wir verloren haben. Das macht mich deshalb auch sehr glücklich und stolz. In einer schwierigen Phase hilft es, wenn man weiß, dass da Menschen sind, die total hinter uns stehen und die auch Rückschläge aushalten. Jetzt liegt es an uns, das mit Punkten zurückzugeben. Ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam schaffen, noch mehr Anhänger für die Viktoria zu finden.

    Obgleich die Ergebnisse zu Saisonbeginn nicht stimmten, scheint das Zusammengehörigkeitsgefühl aller in den letzten Wochen sehr gestiegen zu sein. Teilen Sie diesen Eindruck?

    Janßen: Wir haben uns unter anderem auf die Fahnen geschrieben, ein sehr familiärer Verein zum Anfassen zu sein. Ich habe das Gefühl, dass man das immer mehr spürt. Gerade bei den Heimspielen kommt das jetzt immer mehr zum Tragen. Ich finde, das passt zum Motto der Mannschaft ‚alle immer zusammen‘, denn da wächst tatsächlich etwas heran. Ich glaube, in diesem Bereich sind wir auf einem guten Weg.

    Mit Waldhof Mannheim steht am Samstag die nächste Bewährungsprobe auf dem Programm. Was erwarten Sie in dieser Partie von Ihrem Team?

    Janßen: Erst einmal müssen wir uns jetzt schütteln! Da muss ich ehrlich sein. Das Spiel gegen Verl war schon ein Tiefschlag – vor allem von der Art und Weise her, wie wir die Partie hergeschenkt haben. Da brauchen wir sicher ein paar Tage, um das abzuschütteln. Dann müssen wir sehen, wer steht uns von den Spielern zur Verfügung. Das wird von der Verletztensituation auch nicht viel besser als zuletzt werden. Die Jungs müssen dann unter der Woche Frische tanken und die schon angesprochene Gier zurückgewinnen. Denn mit Waldhof kommt ein ganz starkes Kaliber nach Höhenberg. Das haben die Mannheimer zum Beispiel im DFB-Pokal bewiesen. Da haben sie Eintracht Frankfurt souverän und verdient geschlagen. Von daher brauchen wir jedes Körnchen und einen perfekten Tag, um in diesem Spiel drei Punkte zu holen.  

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  • 1:3 gegen Verl – Viktoria schöpft Leistungspotenzial nicht aus

    1:3 gegen Verl – Viktoria schöpft Leistungspotenzial nicht aus

    Viktoria Köln hat auch im dritten Spiel der neuen Saison keinen Sieg errungen. Die Höhenberger unterlagen im Stadion am Lotter Kreuz gegen den SC Verl mit 1:3 (1:2). Nachdem die Kölner durch Youssef Amyn (22.) in Führung gegangen waren, sorgten Kasim Rabihic (29.) und zweimal Cyrill Elija Akono (34. und 52.) letztlich vor 524 Zuschauern für einen verdienten Heimsieg der Gastgeber.

    Viktoria-Trainer Olaf Janßen musste weiter auf einige Stammkräfte verzichten. Der Kölner Coach bot im Tor Moritz Nicolas auf. Daniel Buballa, Christoph Greger und Maximilian Rossmann spielten in der Abwehr als Dreierkette. Davor setzte Janßen auf Simon Handle, Kai Klefisch, Jeremias Lorch und Florian Heister. Youssef Amyn und Patrick Sontheimer agierten im Mittelfeld offensiver. Nikolaj Möller spielte in der Sturm-Mitte.

    Die Viktoria brauchte eine Weile, um ihren Rhythmus zu finden. In den ersten Minuten war das Spiel der Kölner von einigen Ungenauigkeiten geprägt. Dennoch riss das Team das Geschehen erst einmal an sich. In der achten Minute kamen die Höhenberger das erste Mal gefährlich vor das Gehäuse vom Sportclub Verl. Heister brachte den Ball von rechts in die Mitte auf Handle, der nicht richtig an den Ball kam und vergab.

    In der zwölften Minute hatten die Ostwestfalen ihre erste Möglichkeit. Doch Viktoria-Torwart Nicolas war gegen Kasim Rabihic zur Stelle. 180 Sekunden danach versuchte es Lorch aus 22 Metern: Niclas Thiede im Kasten des SC Verl hielt sicher. Amyn (17.) und Sontheimer (19.) scheiterten in der Folge ebenfalls am Schlussmann. Aber in der 22. Minute lief es anders: Amyn zog mit dem rechten Fuß aus 18 Metern ab und der Ball schlug rechts im SCV-Gehäuse ein – 0:1!

    Verl hatte allerdings in der 29. Minute eine Antwort parat: Rabihic drehte sich an der Strafraumgrenze um seinen Gegenspieler und traf mit rechts ins untere linke Eck. Fünf Minuten danach klingelte es erneut im Kölner Kasten. Nach Flanke von der linken Seite traf Cyrill Elija Akono mit dem Kopf zur Führung. In der 40. Minute flankte Handle von rechts auf Möller, doch der Stürmer verpasste aus fünf Metern den Ausgleich. So blieb es zur Pause beim 2:1 für den SCV.

    In der zweiten Hälfte gaben die Gastgeber den Ton an. In der 52. Minute wurde Akono im Strafraum schön freigespielt und schob flach mit links zum 3:1 für die Ostwestfalen ein. Der Doppel-Torschütze hätte die Führung sogar noch ausbauen können, scheiterte aber an Nicolas (58.). In der 60. Minute traf Leandro Putaro den Pfosten – Glück für die Viktoria. Handle sorgte in der 64. Minute mit einem Schuss aus 20 Metern endlich wieder für ein Lebenszeichen der Gäste.

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    Eine Viertelstunde vor dem Ende bekamen die Kölner wieder etwas mehr Zugriff auf die Partie. Allerdings gelang es den Höhenbergern nur selten, gefährlich vor das Tor der Verler zu kommen. Lediglich der eingewechselte David Philipp hatte für die Kölner noch eine Chance (88.). Die Gastgeber strahlten mit ihrem schnellen Umschaltspiel weiterhin mehr Gefahr aus und kamen zu Möglichkeiten. Ein weiterer Treffer gelang aber auch Verl nicht.  

    Aufstellung: Moritz Nicolas – Daniel Buballa (71. Albert Bunjaku), Christoph Greger, Maximilian Rossmann – Simon Handle, Kai Klefisch, Jeremias Lorch (71. Benjamin Hemcke), Florian Heister (57. Niklas May) – Youssef Amyn (39. Marcel Risse), Patrick Sontheimer (57. David Philipp) – Nikolaj Möller

    Tore: 0:1 Youssef Amyn (22.), 1:1 Kasim Rabihic (29.), 2:1 Cyrill Elija Akono (34.), 3:1 Cyrill Elija Akono (52.)

    Gelbe Karten:

    SC Verl: –

    Viktoria Köln: Kai Klefisch (54.), Maximilian Rossmann (89.), Simon Handle (90.)

    Zuschauer: 524

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  • Freiburg-Tickets im Verkauf

    Freiburg-Tickets im Verkauf

    Nachdem in dieser Woche bereits der Vorverkauf für die Viktoria-Partie gegen Waldhof Mannheim (Anstoß: 21. August um 14.00 Uhr) begonnen hat, sind ab sofort auch Eintrittskarten für die Begegnung gegen den SC Freiburg II am 28. August erhältlich. Diese sind ab sofort unter www.viktoria-tickets.de verfügbar. Außerdem gibt es die Tickets in der Viktoria-Geschäftsstelle am Sportpark Höhenberg (dienstags bis freitags zwischen 15.00 und 18.00 Uhr) und in den bekannten Vorverkaufsstellen. *

    Die Samstags-Partie gegen die Breisgauer (Anpfiff: 14.00 Uhr) ist eine Premiere. Schließlich standen sich die Viktoria und die Reserve des Bundesligisten noch nie in einem Pflichtspiel gegenüber. Grund dafür sind die jüngsten Erfolge der Gäste. Schließlich gelang der Mannschaft aus Baden-Württemberg gerade erst der Aufstieg aus der Regionalliga Südwest in die 3. Liga. Hier fuhr die Talentschmiede des Erstligisten gleich die ersten Punkte ein. Am 1. Spieltag gab es ein 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden, dann ein torloses Remis beim 1. FC Magdeburg.

    *Aufgrund der ansteigenden Inzidenzzahlen ist aktuell noch nicht absehbar, wie viele Fans bei der Begegnung dabei sein können. Deshalb werden alle Eintrittskartenkäufer gebeten, die Zuschauerinformationen im Ticketshop und die aktuelle Viktoria-Berichterstattung im Auge zu behalten.  

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  • Viktoria Köln beschenkt die Jugend des SC Brück

    Viktoria Köln beschenkt die Jugend des SC Brück

    Viktoria Köln und der SC Brück setzen ein Zeichen für ein partnerschaftliches Miteinander im Jugendbereich. Die beiden Vereine von der Schäl Sick verbindet allerdings mehr als nur die regionale Nähe.

    „Wir wollen im rechtsrheinischen Raum einen guten Austausch haben“, sagt Yannik Hohmann, Teil der Doppelspitze des Viktoria-Nachwuchsleistungszentrums, „da muss natürlich der SC Brück mit von der Partie sein.“ So spendete Hohmann im Namen des Höhenberger Fußballklubs zehn Bälle an die Nachwuchsabteilung des Nachbarvereins.

    Das erfreute Heiner Wester, den Leiter der Jugendabteilung des SC Brück: „Das ist eine riesige Geschichte! Die Bälle werden in der Jugend verteilt, wo sie gut aufgehoben sind.“ Neben der Spende der Spielgeräte und einem Austausch von Vereinsschals wurden auch einige Nachwuchskicker zum letzten Drittligaheimspiel gegen den FSV Zwickau eingeladen. „Vielen Dank für alles an die Viktoria“, so Wester.

    Die zwei Vereine von der Schäl Sick verbindet viel mehr als nur Nähe. 1994 fusionierten der SC Viktoria Köln und der SC Brück zu SCB Preußen Köln (in Anlehnung an den Vorgängerverein der Höhenberger namens Preußen Dellbrück), bis der Klub sich später in SCB Viktoria Köln umbenannte. Bis zur Neugründung der Viktoria im Jahre 2010 war der SCB von der Regionalliga bis in die Landesliga aktiv. Einer, der zuvor für beide Klubs gespielt hatte, ist mittlerweile der Vorsitzende Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH der Viktoria: Andreas Rettig. Er griff von 1986 bis 1988 für die Höhenberger an, ehe er seine letzte Saison als aktiver Spieler beim SC Brück verbrachte.

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  • Gegnercheck: Die Viktoria reist zum SC Verl

    Gegnercheck: Die Viktoria reist zum SC Verl

    Nach dem DFB-Pokal ist vor der 3. Liga! Bereits am Samstag geht es für die Elf von Viktoria-Cheftrainer Olaf Janßen in Lotte gegen den Sportclub Verl weiter. Lange kann sich die Mannschaft somit nicht über die starke Mannschaftsleistung gegen die TSG Hoffenheim (trotz 2:3-Niederlage nach Verlängerung) freuen.

    Der Saisonstart:

    Der SC Verl ist mit vier Punkten recht erfolgreich in die Saison gestartet. Mit einem Unentschieden am ersten Spieltag gegen Türkgücü München (0:0) und einem 1:0-Sieg bei den Würzburger Kickers am zweiten Spieltag können die Verler durchaus zufrieden sein. Genau wie in der vergangenen Saison stehen die Ostwestfalen somit nach den ersten beiden Partien in der oberen Tabellenhälfte. Während die Viktoria am Montag im DFB-Pokal ran durfte, testeten die Schwarz-Weißen gegen Rot-Weiss Essen. Der Test endete spektakulär mit 4:4.

    Kader:

    Mit 16 Neuzugängen zählt der Sportclub eine große Anzahl an neuen Akteuren. Doch beim Blick auf die Transferliste der neuen Saison wird auch deutlich, dass der Verein mit 18 Abgängen einen großen Verlust an Spielern zu verkraften hatte. Somit gab es einen großen Umbruch innerhalb der Mannschaft. Viele Leistungsträger, unter anderem Lars Ritzka (FC St. Pauli) und auch Aygün Yildirm (Jahn Regensburg), haben den Verein verlassen. Mit Niclas Thiede (Leihe SC Freiburg) oder dem Ex-Viktorianer Luca Stellwagen, hat Verl wiederum Spieler dazu gewonnen, die direkt in den ersten Partien zum Einsatz kamen und ihre Leistungen auf den Platz bringen konnten. Die Kadergröße von 27 Spielern beim SC ist solide.

    Spieler im Fokus:

    Schlussmann Niclas Thiede wurde zu Beginn der Saison vom Bundesligisten SC Freiburg ausgeliehen. Im Breisgau kam der gebürtige Hagener in der Saison 2021/2022 nur auf Einsätze in der Regionalliga Südwest und erhofft sich nun mehr Spielzeit als zuvor. Der 22-Jährige verdrängte gleich beim ersten Spiel gegen Türkgücü München Torhüter Robin Brüseke von seiner Position. In den ersten beiden Saisonspielen für Verl kassierte Thiede bisher keinen Gegentreffer.

    Trainer:

    Guerino Capretti steht nun seit 2017 an der Seitenlinie des SC Verl. Der Deutsch-Italiener konnte bislang kein einziges Mal gegen Viktoria Köln als Sieger vom Platz gehen. Denn seit seinem Amtsantritt musste sich der Coach (in der Regionalliga West in fünf Spielen und in der 3. Liga in zwei Partien) immer mit Unentschieden oder Niederlagen gegen die Viktoria begnügen. Der 39-Jährige ist als aktiver Spieler unter anderem für den SC Paderborn, Preußen Münster und den Sportclub aus Verl aufgelaufen. 

    Bisherige Bilanz:

    In der Vergangenheit trafen die Höhenberger bereits 18-mal auf die Ostwestfalen. Dabei gab es neun Siege, sechs Unentschieden und drei Niederlagen für die Kölner. Das Duell am Samstag ist nun das dritte Aufeinandertreffen in der dritthöchsten Spielklasse zwischen beiden Teams. 

    Die Partie in den Medien:

    Zu sehen sein wird die Begegnung wie immer ab 13:45 Uhr live bei Magenta Sport, Anstoß der Partie ist um 14:00 Uhr im Stadion am Lotter Kreuz. Über die Social-Media-Kanäle des Vereins (Facebook, Instagram, Twitter, YouTube) werden die Anhänger natürlich auch wieder auf dem Laufenden gehalten. Einen Liveticker wird es auf der Viktoria-Homepage auch geben.  

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  • Porträt Elias Bördner: „Bälle halten, egal wie“

    Porträt Elias Bördner: „Bälle halten, egal wie“

    Der zweite Spieltag in der 3. Liga war für Torwart Elias Bördner eine dreifache Premiere. Die Leihgabe von Eintracht Frankfurt gab seinen Pflichtspiel-Einstand für die Viktoria, stand zum ersten Mal zwischen den Pfosten in einer Drittligapartie und konnte sich erstmalig im Sportpark Höhenberg vor Fans beweisen. Das größte Spiel seiner Karriere war es allerdings nicht.

    Elias Bördner wuchs in einem mittelhessischen Dorf auf. „Haintchen hat nicht einmal eintausend Einwohner“, sagt der Torwart über den Ort, in dem er seine Kindheit verbrachte. Sein Vater hatte im Amateurbereich selbst Fußball gespielt und so war es keine Überraschung, dass sein Sohn Elias mit sechs Jahren beim heimischen TuS zu kicken begann. Über den SV Wolfenhausen ging es für den Schlussmann mit elf Jahren zum SV Wehen Wiesbaden. „Da wurde ich dann von meinem Vater oder meinem Opa hingefahren“, denkt der 1,88 Meter große Keeper zurück an die halbstündige Autofahrt zum Nachwuchsleistungszentrum des SVWW. Bei dem Sportverein fühlte sich Bördner wohl und sein Trainer Ömer Erbay (heute Coach der U 14 von Eintracht Frankfurt) gab ihm das notwendige Vertrauen. „Ich wollte weiter unter Erbay spielen und habe deshalb auch das erste Angebot von Eintracht Frankfurt ausgeschlagen“, erinnert sich der heute 19-Jährige.

    Erst als Erbay selbst den Klub verließ, ging auch Bördner. Den damals 14-Jährigen zog es zur TSG Wieseck, einem Partner der SGE in Sachen Jugendarbeit. Fußballer wie Luca Waldschmidt (zurzeit Benfica Lissabon) oder Sonny Kittel (zurzeit Hamburger SV) durchliefen die Talentförderung des Vereins. Hier spielte er in der C-Jugend in der Regionalliga, bis die Adler den 15-Jährigen erneut anfragten. „Es gab auch andere Angebote. Aber der Knackpunkt war die Nähe zu meiner Heimat“, erklärt Bördner, „ich wollte in kein Internat, deshalb war Frankfurt die richtige Adresse für mich.“

    Angekommen bei der Eintracht musste der Nachwuchstorhüter die Herausforderung annehmen, sich einen Stammplatz zwischen den Pfosten zu sichern. Seine jahrgangsinterne Konkurrenz war Giulio Girelli, der aus der Jugend des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin nach Hessen gekommen war (zurzeit bei der U 19 des FC Turin). „Das war eine ganz schöne Hausnummer“, lacht der Schlussmann über den Zweikampf im Tor, „aber Konkurrenz belebt den Sport. So war es eine tolle Herausforderung für mich und da ich mich gut mit Giulio verstehe, hat es auch immer Spaß gemacht.“ Girelli und er wechselten sich in der Liga ab, jeder durfte zwei Spiele am Stück ins Tor. Das System funktionierte, Eintrachts Defensive wurde zur stärksten in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest und belegte am Ende den dritten Tabellenplatz.

    In der U 19 lief es unter Trainer Marco Pezzaiuoli (heute in Indien bei Bengaluru FC) ganz anders. Der ältere Jahrgang sollte Spielpraxis erhalten und so musste sich Bördner hinten anstellen. „Diesen Konkurrenzkampf erlebe ich jedes Jahr, das ist ganz normal“, sagt der Torwart gelassen, „aber man bleibt immer dran. Irgendwann wird man dafür belohnt.“ Doch der stets positive Schlussmann kam in seiner ersten U 19-Saison auf nur drei Einsätze, zudem lief sein Vertrag aus. Die Eintracht wollte ihn behalten, doch eine Entscheidung zu treffen, fiel ihm schwer. „Ich habe viele Gespräche mit Leuten im Verein geführt, auch mit meinem Torwarttrainer Stephan Loboué“, erinnert sich der 19-Jährige. Loboué konnte ihn überzeugen, zu bleiben und sollte recht behalten: In der kommenden Saison stand der Torhüter im Kasten der A-Junioren. Doch nach vier Spielen beendete Corona die Saison frühzeitig, der Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften wurde bis auf Weiteres eingestellt.

    „Sportlich gesehen hatte ich Glück im Unglück während der Pandemie“, sagt der Torhüter, „denn ich wurde in den Kader der ersten Mannschaft hochgezogen und trainierte von nun an mit den Bundesliga-Spielern.“ Das Training bei der Eintracht, die an internationalen Wettbewerben teilnimmt, war für den Nachwuchstorwart ein „Qualitätsschock“. „Es war schneller, präziser und hochwertiger“, erzählt Bördner, der sich zwar an das neue Tempo gewöhnen musste, sich davon aber nicht unter Druck setzen ließ. „Ich habe nie an mir gezweifelt, sondern die Herausforderung angenommen“, so der Keeper. Über die Saison hinweg trainierte er als dritter Torhüter mit den Profis, zudem durfte er als U 19-Schlussmann an Testspielen teilnehmen, als die Jugend den Trainingsbetrieb wieder aufnahm. „Als ich wieder mit der A-Jugend gespielt habe, wurde mir klar, wie gut das Training mit der ersten Mannschaft für meine Entwicklung gewesen ist“, so Bördner.

    Und der Trainerstab sah es ähnlich. Im Quarantäne-Hotel zwei Tage vor dem letzten Saisonspiel der 1. Bundesliga, eröffnete der SGE-Torwarttrainer Jan Zimmermann dem 19-Jährigen, dass dieser am 34. Spieltag gegen den SC Freiburg im Kasten stehen würde. Die Eintracht stand bereits sicher auf einem Europa-League-Rang, aber für den Sportclub ging es noch um einen Platz im internationalen Fußballgeschäft. Bördner sagte zu und wurde hinter Eintracht-Goalkeeper Jürgen Friedl (mit 17 Jahren und 26 Tagen der jüngste Schlussmann der Bundesligageschichte des Klubs) der zweitjüngste Torhüter aller Zeiten bei den Adlern. Bereits nach 15 Minuten lag der 19-Jährige blutend auf dem Rasen und musste behandelt werden. „Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis ich was am Kopf hatte“, lacht der Torwart heute darüber, „im Training bekam ich schon immer Bälle ins Gesicht. Ich weiß nicht, woran das liegt – wahrscheinlich will ich einfach Bälle halten, egal wie.“ Dass es diesmal das Knie von Freiburg-Stürmer Nils Petersen war und kein Ball, brachte Bördner nicht aus dem Konzept. Die Eintracht verabschiedete sich mit einem 3:1-Erfolg in die Sommerpause – und Bördner mit einer gelungenen Bundesliga-Premiere.

    Zwischen den Spielzeiten wurde der Torhüter gefragt, ob er sich bereit fühlen würde, ausgeliehen zu werden. Bördner sagte zu und vertraute der Expertise von SGE-Torwarttrainer Jan Zimmermann, den er sehr schätzt. Dieser hatte beim SV Darmstadt mit Marcus Steegmann (Sportlicher Leiter bei Viktoria Köln) gespielt und den Kontakt hergestellt. Als Grund nach Höhenberg zu gehen, gibt der Schlussmann an: „Ich will spielen. Und die Wahrscheinlichkeit, bei der Viktoria eingesetzt zu werden, ist höher als bei der Eintracht – auch, wenn es hinter Miele (Anm. d. Red. Sebastian Mielitz) und Moritz (Anm. d. Red. Moritz Nicolas) schwer wird. Aber es ist eine Herausforderung und Chance, die nicht jeder erhält“, sagt Bördner. Der Gang in die 3. Liga ist für den Goalkeeper kein Rückschritt: „Wenn man sich in der Liga umsieht, so entdeckt man beispielsweise Tim Schreiber (zurzeit Hallescher FC), der in der U 19-Nationalmannschaft im Tor steht. Von daher bin ich mit 19 Jahren genau da, wo ich sein will.“

    Und genau dort kann er für die Viktoria ganz wichtig sein. Beim ersten Heimspiel der Drittligasaison gegen den FSV Zwickau stand Bördner zwischen den Pfosten der Höhenberger. Für ihn war sein Debüt in der 3. Liga auch das erste Spiel vor Fans im Profi-Bereich. „Das war eine geile Erfahrung“, strahlt der Schlussmann, „ich war zwar etwas nervös vor dem Spiel, aber als ich den Platz betrat, entspannte ich mich.“ Und beim 1:1-Unentschieden gegen Zwickau musste er auch keinen Ball mit dem Gesicht halten.

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